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Einstimmigkeit in der Jury

Japan und Deutschland Gewinner beim Snowdance-Festival

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Snowdance-Schirmherrin Ulrike Folkerts machte sich dafür stark, dass der Dokumentarfilm „The Demon Disease“ von Preisträgerin Lilith Kugler (links) über das Fernsehen einem breiten Publikum bekannt wird.

Landsberg – Höhepunkt des Snowdance-Finales war die glanzvolle Preisverleihung im voll besetzten Stadttheater. Als bester Spielfilm des Independent Filmfestivals wurde nicht wie in den vergangenen Jahren der Eröffnungsstreifen ausgezeichnet, sondern „The Reverse Diaries“ des japanischen Filmemachers Shin Sonoda. Der war leider nicht nach Landsberg gekommen und bedankte sich per E-Mail, nachdem ihn Festival-Chef Tom Bohn über seinen Sieg informiert hatte.

Das Urteil der Jury für diesen Film wie auch für die anderen Sieger fiel einstimmig aus, wie Landsbergs Kulturamtsleiterin Claudia Flörke betonte. Mit ihren beiden Jury-Kollegen Ulrich Herrmann (Fernsehredakteur beim SWR) und Götz Otto (Schauspieler und Bond-Bösewicht) habe es stets einen harmonischen Austausch gegeben und bei der Schlusssitzung mussten keinerlei Kompromisse eingegangen werden.

Der Siegerfilm „The Reverse Diaries“ ist ein spannendes Psychodrama um einen Ghostwriter, der eine exzentrische Schauspielerin trifft, die ihren Verlobten verloren hat. Nach ihrem Selbstmordversuch liest er ihr Tagebuch und muss erkennen, dass ihre Begegnung kein Zufall war. In einem Irrgarten aus Intrigen, Lügen und gescheiterten Träumen finden beide schließlich einen Weg, ihr Leben neu zu beginnen.

Für den besten Dokumentarfilm „The Demon Disease“ der engagierten deutschen Filmemacherin Lilith Kugler machte sich Festival-Schirmherrin Ulrike Folkerts stark. Nachdem Schauspielerin Ursula Karven der bescheidenen Doku-Siegerin Preis und Scheck überreicht hatte, forderte Folkerts die öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten auf, für Film-Juwelen wie „The Demon Disease“ einen Sendeplatz zur Verfügung zu stellen. Dabei sprach sie direkt Jury-Mitglied und Fernsehredakteur Ulrich Herrmann an, der hier aktiv werden sollte.

Preisverleihung für den besten Dokumentarfilm "The Demon Disease": TV-Redakteur Ulrich Herrmann, Schauspielerin Ursula Karven, Tom Bohn, Filmemacherin Lilith Kugler und Landsbergs Kulturchefin Claudia Flörke (von links).

„The Demon Disease“ zeigt den Kampf eines Pastors für Freiheit und Menschenwürde in Westafrika. Hier gelten Menschen mit psychischen Krankheiten oder Epilepsie als von Dämonen besessen und werden ausgeschlossen oder gar misshandelt. Pastor Tankpari Guitango hat eine Hilfsorganisation gegründet, die mit medizinischer Betreuung und Aufklärungsarbeit dazu beiträgt, den Betroffenen ein Leben in Würde und Freiheit zu ermöglichen.

Lilith Kugler, die in Stuttgart Audiovisuelle Medien studiert hat, lebte als Kind in Burkina Faso und kam 2009 erstmals in Kontakt mit dem Thema, das sie seitdem nicht mehr los ließ: „Wer einmal einen hilflosen Menschen an einen Baum gekettet gesehen hat, kann nicht einfach in seinen Alltag zurückkehren, ohne einen Impuls zum Handeln zu spüren.“ Über Crowdfunding und mit Hilfe ihrer Eltern bekam sie das nötige Geld zusammen, um ihren Film über dieses Thema zu produzieren, wobei sie Kamera, Regie und Schnitt selbst übernommen hat.

Der Snowdance-Preis für die beste Regie wurde der deutsch-iranischen Regisseurin Susan Gordanshekan für „Die defekte Katze“ überreicht. Die tragisch-komische Komödie über die Schwierigkeit, in der Fremde trotz keiner Liebe auf den ersten Blick zueinander zu finden, fand die einstimmige Gunst der Jury.

Weitere ausgezeichnete Preisträger: Özgür Cem Aksoy aus der Türkei für seinen Kurzfilm „Parting Shot“ und Arnaud Husson aus Frankreich für seine Serie „Dreamcatcher“. Einen Zusatzpreis für die beste Kamera erhielt Hiro Kano, der mit seinem Film „That Disappearance“ extra aus Japan für eine Woche nach Landsberg gekommen war.

Erstmals in der Snowdance-Geschichte gab es auch zwei „Lobende Erwähnungen“ der Jury für Filmemacher, die „ganz knapp an einem Preis vorbei geschrammt sind“: Marc Göbel für „Nina“ und Max Gleschinski für „Kahlschlag“.

Als Anreiz für das Publikum, möglichst viele Festivalfilme zu besuchen, haben die Snowdance-Macher in diesem Jahr einen besonderen Preis ausgelobt: Einen Regiestuhl mit den Autogrammen aller nach Landsberg gekommenen Schauspieler wie Ulrike Folkerts, Heinz Hönig, Max Tidof, Götz Otto, Ursula Karven, Beate Maes oder Valerie Niehaus.

Den Regiestuhl erhielt dann ausgerechnet „ein Filmemacher im entferntesten Sinne“, wie er es selbst ausdrückte: Dr. Reinhard Kolke, der im Landsberger ADAC Technik-Zentrum unter anderem für die Crash-Filme bei den Autotests zuständig ist. Kolke will den Stuhl nicht behalten, sondern meistbietend versteigern. Der Erlös soll der Jugendarbeit der Evangelischen Kirchengemeinde Landsberg zugutekommen.

Die harmonische und beklatschte Preisverleihung im Stadttheater wurde musikalisch umrahmt von der Gruppe „Ripley and the Talents“, frei nach dem Filmklassiker „Der talentierte Mr. Ripley“. Beim anschließenden „Ball der Filmemacher“ im Foyer des Theaters feierten Publikum, Filmemacher und Schauspieler bis weit nach Mitternacht. Dabei schwärmte Ulrike Folkerts von ihrer Woche in Landsberg. Sie habe neben dem Filmegucken viel erlebt – vom Wildpark-Besuch bis zu wunderbarem bayerischen Essen. Und sie wisse jetzt alles über Klebstoff, wie sie in Anspielung auf den Hauptsponsor Delo und dessen Chefin Sabine Herold sagte.

Dieter Roettig

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