Beifall für die Drei von Snowdance

+
Angeregtes Snowdance-Interview auf der Bühne des Landsberger Stadttheaters: Claudia Bohn-Spector, Schwester von Festival-Direktor Tom Bohn, mit Ryan Kiser, Hauptdarsteller in “House of Manson”.

Landsberg – Erschöpft, grippegeschwächt, aber zufrieden hat Mitbegründer Tom Bohn am Sonntag Abend mit der Preisverleihung das „2. Snow- dance Independent-Filmfestival“ in Landsberg beendet. „Es war schön, es war intensiv, es war erfolgreich“, so der 55-jährige Regisseur und Autor, „mich hat besonders diese tolle Atmosphäre gefreut und dass sich die unterschiedlichen Berufsgruppen so gut verstanden haben.“

Aber auch die Zahlen können sich sehen lassen. Bis auf den Samstag Nachmittag, als das schöne Wetter viele eher ins Freie zog, waren die meisten Vorstellungen gut bis sehr gut besucht, bei „Der letzte Tanz“ und „Waiting Area“ ging es sogar recht eng zu. Tom Bohn zog Bilanz: „Wir hatten ungefähr 3500 Besucher, das sind 30 bis 40 Prozent mehr als im letzten Jahr.“

Noch um deutlich mehr hat man zugelegt, was das gemeinsame Feiern angeht. Bei der „Electro Night“, die erstmals im Inselbad stattfand, war bis in die frühen Morgenstunden Party angesagt, aber auch die Eröffnung im Stadttheater (mit einem ausgezeichneten Auftritt von Root Bootleg) lief bis weit nach Mitternacht.

Tanzender Gast bei beiden Events: Oberbürgermeister Mathias Neuner samt Gattin. „Ich bin dem Feiern sehr zugetan und habe nach zwei Tagen praktisch keine Stimme mehr“, so Neuner bei seiner Schlussansprache zu Bohn, „ich muss mich jetzt erst einmal ein bisschen von euch erholen.“ Das Festival gehöre inzwischen fest zu Landsberg, so das Stadtoberhaupt, das sich an die Anfänge vor rund eineinhalb Jahren erinnerte. „Ich hab’ die Drei gleich bei mir im Büro eingeschlossen, damit sie es auch wirklich hier machen.“

„Die Drei“, das ist neben Bohn und seinem Mit-Direktor Jürgen Farenholtz auch Schirmherr Heiner Lauterbach – wie seine Mitstreiter drei Tage im Dauereinsatz und pendelnd zwischen Stadttheater, Olympia-Filmtheater und Piratabus-Bar am Flößerplatz, wo er auch noch für Autogramme zur Verfügung stand.

Bei der zweiten Auflage war Snowdance aber nicht nur größer, es fand auch bereits mehr Aufmerksamkeit. Das bekam auch Ryan Kiser zu spüren. Der Hauptdarsteller von „House of Manson“ saß gerade in der Vorführung seines eigenen Films, als ihn der Ordnungsdienst dezent aus dem Saal bat – Grund: Kiser möge doch bitte ein Fernsehinterview geben. Wie es ihm denn auf dem Festival in Landsberg gefalle, wurde er gefragt. „Manson im Stadttheater, Zimmer im Augsburger Hof, Getränke in dieser tollen Sonderbar – Landsberg ist wunderbar“, so der Amerikaner, der bis zu seinem Heimflug am Montag nicht mehr ins Bett ging.

Ähnlich begeistert zeigten sich auch die anderen Schauspieler und Regisseure, die an den Lech gekommen waren. Nicht nur deswegen muss Jürgen Farenholtz bei der Frage, ob das Festival fortgesetzt wird, fast lachen. „Selbstverständlich, das steht völlig außer Frage. Wir müssen jetzt nur erst einmal ein paar Monate Geld verdienen.“

Preise für die Besten

Die Gewinner des Snowdance-Filmfestivals 2015 im Überblick:

• Bester Film: „Eight“ von Peter Blackburn, Australien. • Bester Erstling: „The incredible adventures of Jojo“ von Brian Schmidt, USA.

• Beste Dokumentation: „Happiness – Promised Land“ von Laurent Hasse, Frankreich. „Der Film nimmt den Zuschauer an die Hand auf eine Reise durch Frankreich“, so die Jury.

• Bester Kurzfilm: „The One“ von Lukas Schuler und Tobias Hümmler, Deutschland. „Der Film ist zum großen Teil in Landsberg entstanden, da war klar, dass es die Konkurrenz sehr schwer haben würde“, gesteht Festival-Direktor Tom Bohn. „Aber ich darf versichern, dass hier nichts manipuliert wurde.“ Schuler zu seinem Werk: „Ich will immer kurz und knapp und so schnell wie möglich drehen. Ich kann nicht viel bezahlen, dann will ich wenigstens kurze Arbeitszeiten bieten. Und viel Kaffee, Kuchen und Spaß.“

• Gewinner Speedcasting: Birte Hanusrichter und Jasmine Barbara Mairhofer. Die Südtirolerin Mairhofer war über die Auszeichnung „in diesem tollen Rahmen überglücklich.

Christoph Kruse

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Toll: Das erste Azubi+ ist da!
Toll: Das erste Azubi+ ist da!
Aufbruch in die Romantik
Aufbruch in die Romantik
"So nicht, Herr Erdogan!"
"So nicht, Herr Erdogan!"

Kommentare