Snowdance Independent Filmfestival

"Kuckuck und Esel" im Stadttheater

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Fröhliche Gesichter nach der Snowdance-Preisverleihung im Stadttheater machten (von links): OB Mathias Neuner, Andreas Arn­stedt (beste Regie), Benjamin Best (bester Dokumentarfilm) und Managing Director Jürgen Farenholtz.

Landsberg – Sichtlich stolz über den Erfolg des Snowdance Independent Filmfestivals in seiner Stadt hat sich am Sonntagabend Oberbürgermeister Mathias Neuner bei der Preisverleihung im Stadttheater gezeigt. Er lobte die professionelle Ausrichtung, das Niveau der gezeigten Filme und natürlich das Landsberger Publikum, das begeistert bei der Sache war. „Ich hoffe, dass Snowdance noch viele Jahre bei uns seine Zelte aufschlägt. Es ist eine echte kulturelle Bereicherung!“

Die Preisverleihung der dritten Auflage des Festivals moderierte in gewohnt lockerer Art Sebastian Höffner vom TV-Sender SKY, assistiert von Initiator Tom Bohn, der für den erkrankten Heiner Lauterbach einsprang. Den Preis plus einer Prämie von 1.500 Euro für den besten Feature-Film bekam Danyael Sugawara aus Holland für „The most beautiful thing in the world“, Drama und Lovestory in einem. Die Jury in ihrem einstimmigen Urteil: „Emotional, ohne jemals sentimental zu werden, fesselt der Film sofort. Er erzählt seine Geschichte über das Eltern-werden ganz nah am Menschen, unglaublich intensiv gespielt von den beiden Hauptdarstellern“.

Die glänzend recherchierte Dokumentation „Dirty Games“ über die Abgründe des professionellen Sports sicherte sich mit einer Prämie von 1.000 Euro der Münchner Filmjournalist Benjamin Best. Die Jury lobte den ambitionierten Film mit politischer und sozialer Relevanz als Sternstunde des investigativen Journalismus.

Für die beste Regie gab es neben 2.000 Euro Preisgeld den Award von Sponsor Horex für die schwarze Komödie „Der Kuckuck und der Esel“. Der Berliner Regisseur und Drehbuchautor Andreas Arnstedt freute sich riesig über diese Anerkennung seiner auf Film gebannten Erfahrungen mit dem An-die-Wand-Rennen beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Eine Geschichte, wie extra für das Festival von unabhängig von TV-Anstalten, Studios oder Filmförderung gedrehten Filmen. Die Jury: „Gut inszeniert, tolles Timing für Gags und ein absolut mitreißendes Schauspielerteam.“ Den Zuschauern im Saal kam das Gesicht von Andreas Arnstedt bekannt vor. Als Schauspieler hatten ihn viele in Serien wie „Küstenwache“ oder „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ gesehen.

Als bester Kameramann wurde Bruno Degrave für seine Agentenparodie „Zero Zero Belge“ geehrt. Die Jury befand: „Technik auf höchstem Niveau. Mit Longshots, Close-Ups und irrsinnig variantenreich. Ein Film mit Dynamik. In Anbetracht des extrem niedrigen Gesamtbudgets von nur 25.000 Euro absolut preiswürdig!“

Nicht von einer Fachjury, sondern vom Publikum in der Likka-Lounge gewählt wurde der Preisträger für den besten Kurzfilm. Leo Bülow aus Schweden heimste den Preis ein für „The man on the roof“. Hier wird das Thema Verlust und die Verarbeitung dessen unprätentiös und trotzdem emotional auf die Leinwand gebracht. Tom Bohn: „Ein solches Meisterwerk hier in Landsberg auszeichnen zu können, ist uns nicht nur ein Bedürfnis, sondern auch eine Ehre“

Dieser Kurzfilm sowie der prämierte Feature- und Dokumentar-Film wurden zum Abschluss des Snowdance-Festivals nochmals gezeigt. Ein würdiger Abschluss für drei Tage geballter Filmpower. Mit „Auf Wiedersehen im nächsten Jahr!“ verabschiedeten sich Tom Bohn und Jürgen Farenholtz vom Publikum, das sich mit Standing Ovations bedankte.

Dieter Roettig

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