Ein gutes Stück unabhängig

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Die mehr als 14000 Module auf dem 8,45 Hektar großen Solarpark Epfenhausen liefern Strom für etwa 970 Haushalte. Am Freitag war offizielle Inbetriebnahmen.

Penzing – Die Gemeinde hat am Freitag ihren Solarpark im Ortsteil Epfenhausen offiziell in Betrieb genommen. Die 8,45 Hektar große Freiflächen-Photovoltaikanlage auf einem Gelände an der Bahnlinie liefert mit über 14000 Modulen Energie für rund 970 Haushalte.

Damit deckt die Gemeinde rein rechnerisch einen großen Teil ihres Strombedarfs selbst. „Mit dieser Anlage macht sich Penzing ein gutes Stück unabhängig in seiner Energiever­sorgung“, sagte Bürgermeister Johannes Erhard.

Zur Einweihungsfeier waren neben Gemeinderäten auch Landrat Walter Eichner, Vertreter der beteiligten Firmen und die Eigentümer der Grundstücke gekommen, auf deren Flächen die Anlage steht. Nicht alle Bürger hätten Verständnis für die Bebauung an diesem Standort gehabt, zumal die Flächen für die Landwirtschaft nun wegfallen, so Erhard. „Aber es ist besser als eine Vermaisung der Landschaft.“ Mit entsprechender Bepflanzung werde die Anlage außerdem bald kaum noch einsehbar sein.

Frank Rauschning, Leiter der Münchner Niederlassung des „Ingenieurbüros john becker“, relativierte Bedenken hinsichtlich des Flächenverbrauchs und sah vor allem im süddeutschen Raum noch viel Potential für Freiflächen-PV-Anlagen, auch wenn die Effizienz der einzelnen Module noch gesteigert wer­den müsse. „Die Sonne schickt pro Sekunde 15000-mal so viel Energie, wie wir weltweit verbrauchen“, sagte Rauschnig und beglückwünschte die Gemeinde Penzing für ihren „Mut und ihre Weitsicht.“ Das eigens gegründetes Kommunalunternehmen Penzing (KUP), dem Kämmerin Petra Hoß vorsteht, kümmert sich um den Betrieb der Anlage.

Errichtet wurde der Solarpark von der Firma GP Joule als Generalunternehmer, und zwar bereits im vergangenen Oktober, so dass man sich noch die damals geltende höhere Einspeisevergütung gesichert habe, so Bürgermeister Erhard. Ans Netz ging die Anlage im Januar. Rund 2,2 Millionen Kilowattstunden Strom habe sie seitdem erzeugt und der Gemeinde damit 280000 Euro eingebracht, rechnete der Rathauschef vor, der auch Vorsitzender des KUP-Verwaltungs­- rats ist. Er hoffe, dass die Gemeinde in ihrer Stromversorgung irgendwann autark wer­den könne. Als positive Nebenwirkung des Solarparks Epfenhausen werde der Weg, der zur Anlage führt, als Radweg nach Kaufering und Landsberg ausgebaut. 

Landrat Walter Eichner erinnerte daran, dass der Landkreis zu den sonnenreichsten Regionen des Landes gehöre. Er befürworte deshalb die Errichtung von Freiflächen-PV-Anlagen auch auf den ehemaligen Kreishausmülldeponien. Anders seien die Flächen nicht nutzbar, „und die Sonne schickt uns keine Rechnung.“

Ulrike Osman

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