Solide mit Potenzial nach oben

„In kaum einer anderen Stadt hat es innerhalb von drei Jahren so viele Veränderungen, gerade in der Modebranche, gegeben wie in Landsberg“, weiß Dieter Grett vom Marktforschungsinstitut MF Consulting. Foto: Schwaiger

Die Ergebnisse des 4. Landsberger Kundenspiegels der MF Consulting Dieter Grett liegen vor. Die rund 900 Befragten sind beim Kriterium „Freundlichkeit“ in 96 analysierten Firmen aus zehn Branchen im Durchschnitt zu 81,7 Prozent zufrieden. Das ergibt im Ranking der 130 deutschen Un­- ter­suchungsorte Platz 65 – punktgleich mit Worms und Bocholt.

Ziel der Studie des Marktforschungsinstitutes aus Niederbayern sei es, den an der Untersuchung beteiligten Unter­- nehmern ein Bild ihrer Firma aus Sicht des über Erfolg und Misserfolg entscheidenden Kunden zu geben, erläutert Geschäftsführer Dieter Grett. Zusätzlich erfahren die Konsumenten wie sich ihre Stadt im Vergleich zu anderen Einkaufsstädten präsentiert. Grett: „Unsere Studien haben den Vorteil, dass einzelne Firmenergebnisse nicht im ,luftleeren‘ Raum stehen, sondern konkret mit lokalen Mitanbietern verglichen werden können.“ Das Kriterium „Freundlichkeit“ sei bei allen 96 Firmen im Raum Landsberg untersucht worden. Durchschnittlich 81,7 Prozent der „902 nach Geschlecht und Alter repräsentativ ausgewählten Personen, die in Landsberg öfter einkaufen“, gaben laut Brett an, dass sie mit der Freundlichkeit in den ausgesuchten Geschäften (sehr) zu­frieden sind – ein „passabler 65. Platz, Mittelfeld. Es ergebe sich somit im Vergleich zu 2008 (81,7%), 2005 (76,2%) und 2002 (74,3%) eine Stabilisierung im Mittelfeld, nachdem man sich nach den ersten beiden Kundenspiegeln im hinteren Feld wiedergefunden habe. „Dies ist zunächst eine positive Nachricht, die für zukünftige Untersuchungen hoffen lässt“, sagt der Diplom-Kaufmann aus Hengersberg. In kaum einer anderen Stadt habe sein Institut innerhalb von drei Jahren so viele Veränderungen (Modebranche) feststellen müssen. Zusammenfassend könne man das Ergebnis für Landsberg als „solide mit Potential nach oben“ beschreiben. Insgesamt sei dies für Landsberg und besonders für die Geschäftsleute ein eher positives Ergebnis, da es der Einzelhandel in vielen anderen Städten nicht schaffe die Kunden zumindest mit Freundlichkeit zu überzeugen. Es gebe in Landsberg 2011 neben dem „eher positiven Gesamtergebnis“ Besonderheiten, die bei der Analyse der Untersuchungsergebnisse aufgefallen seien. Betrachte man die firmenspezifischen Resultate ge­- nauer, sei zu erkennen, dass einzelne (Fach-)Geschäfte, die vor drei Jahren bereits eher gut bei der wahrgenommenen Freundlichkeit beurteilt wurden, sich sogar weiter verbessern konnten. Einige kritisch eingeschätzte Händler hätten jedoch in der Kundenmeinung weiter an Boden verloren. Grett: „Es ist auffällig, dass gerade viele der inhabergeführten Geschäfte in Landsberg, zumindest zu einem großen Teil überdurchschnittlich gute Werte aufweisen, obwohl einige Filialisten aufgeholt haben.“ Das Besondere an Landsberg liege darin, dass in den meisten Branchen eine dünne Spitze aber ein relativ breites Mittelfeld vorliege. Die Zahl der extremen Ausreißer nach unten sei auf einem durchschnittlichen Niveau geblieben. Einige Testsieger wechselten in den Branchen. Die Kluft zwischen Geschäften mit einem hohen Zufriedenheitsgrad bei Freundlichkeit um die 90 Prozent und Firmen mit einem Anteil von weit weniger als 70 Prozent zufriedener Kunden habe sich in den letzten drei Jahren erheblich erweitert. Erfreulich seien die Landsberger Highlights. Die besten Werte bei Freundlichkeit weist laut Dieter Grett dieses Jahr eine örtliche Apotheke mit dem Traumergebnis von 98 Prozent Zufriedenheitsgrad auf. Es folgen ein Schuhgeschäft (97,4), ein Augenoptiker (95,7), ein Juwelier (95,6), ein Baumarkt (95,5), ein Modegeschäft (95,1), eine KfZ- Vertragswerkstatt (93,3) und ein Fitnesscenter mit 92,3 % Kundenzufriedenheit. Besonders bei dem Baumarkt und der KfZ-Werkstatt seien die Werte sehr selten in diesen Branchen bei den Kundenspiegeln in ganz Deutschland zu finden. Auch die Beratungs- und Arbeitsqualität und sogar das Preis/Leistungsverhältnis sei mit „weit überdurchschnittlich hohen“ Zufriedenheitsgraden bedacht worden. Die bedenklichsten Ergebnisse beim Merkmal Freundlichkeit quittierten laut Brett ein Juwelier mit 47,9, ein Möbelhaus mit 42,7 und ein Baumarkt mit nur 67,4 Prozent Zufriedenheitsgrad. Betrachtet man die Konsumentengruppen nach ihrem Alter, so urteilen die jungen Verbraucher im Alter zwischen 18 und 25 Jahren oft eher kritischer als die Käufer über 45 Jahren. Dies sei bei sehr vielen aktuellen Kundenspiegeln zu beobachten. Besonders das Preis/Leistungsverhältnis werde von jungen Familien (26 bis 35 Jahre) eher kritisch beurteilt. Am zufriedensten unter den Berufsgruppen sind im Schnitt die Rentner.

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