Wer soll die Heizzentrale finanzieren? – Gehöriger Dämpfer für Geltendorf: 

Einen gehörigen Dämpfer haben die Pläne der Gemeinde zur Errichtung einer regenerativen Heizungsanlage für die wichtigsten kommunalen Gebäude erhalten. Eine Holzhackschnitzelheizung für den Wärmeverbund aus Bürgerhaus, Rat­- haus, Schule und Turnhalle würde netto rund 780000 Euro kosten – beinahe so viel, wie für die gesamte energetische Sanierungsmaßnahme vor­gesehen war.

Matthias Domke vom Münchner Planungsbüro Ebert Ingenieure stellte im Gemeinderat die Vorplanung für die gewünschte Biomasse-Heizzentrale vor. Ein Hackschnitzelkessel mit einer Heizleistung von 300 Kilowatt soll mindestens zwei Drittel der benötigen Wärme liefern. Ergänzend sollen noch ein Pufferspeicher und ein Niedertemperatur-Heizölkessel zur Verfü­gung ste­hen. Für die Bevorratung der Hackschnitzel schlug Domke einen einfach zu befüllenden Tiefbunker mit einer Kapazität für zehn Tage Volllastbetrieb vor. Der Transport des Brennstoffes zum Kessel würde automatisch erfolgen, so dass für den gesamten Betrieb ein Minimum an Personal gebraucht würde. Um alles unterzubringen, müsse nördlich oder südlich des Bürgerhauses eine neue Heizzentrale mit den entsprechenden Leitungen und dem unterirdischen Hackschnitzelbunker errichtet werden, erklärte Domke. Hier wäre auch ausreichend Platz für die vom Gemeinderat gewünschten Erweiterungsmöglichkeiten, falls sich später zusätzliche Wärmekunden an­schließen wollten. Nicht finanzierbar Ein böses Erwachen gab es jedoch, als der Planer auf die Kosten des Projekts zu sprechen kam: 390000 Euro für die Heizzentrale, rund 130000 Euro für neue Leitungen sowie die Entsorgung der alten Heizzentrale im Schulgebäude, und schließlich 260000 Euro für die erforderlichen Hoch- und Tiefbau­maß­nahmen. „Unfinanzierbar“, nannte Christian Engelstädter (CSU) das Projekt. Und auch Fraktionskollege Josef Weiß winkte ab: „Wir reden hier über Bruttosummen von 930000 Euro. Da müssen wir uns etwas anderes einfallen lassen.“ Die Gesamtmaßnahme – neue Heizung und Vollwärmeschutz für das Schulgebäude – war ursprünglich auf 830000 Euro geschätzt worden. Zuschuss in Gefahr Es gebe eigentlich keine Alternative, erklärte Domke. Die bestehende Heizzentrale sei zu klein für einen Pellets- oder Hackschnitzelkessel, mit dem man alle Gebäude versorgen könnte. Den Wärmeverbund aufzulösen und in jedem Gebäude eine eigene Kombination aus Öl- und Pellets-Heizung zu installieren, sei ebenfalls nicht sinnvoll. „Dann würde der regenerative Deckungsanteil weit unter 50 Prozent liegen.“ Und in diesem Fall gebe es für die Gesamtmaßnahme keine Zu­schüsse vom Freistaat. Einstimmig beschlossen die Geltendorfer Ratsmitglieder, das Problem zu­nächst zurück an den Finanzausschuss zu verweisen. Er soll nun versuchen, ein Finanzierungskonzept zu erarbeiten.

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