Bürgerinitiative wird ungeduldig

Zukunft des Strandbades St. Alban noch ungewiss

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Schlüssel für den Zugang in das Dießener Strandbad St. Alban außerhalb der Öffnungszeiten wird es sicher nicht mehr geben. Doch hinter den Kulissen wird eifrig an der Zukunft gefeilt, wobei die Alternativen Naturbad wie bisher oder Badestelle sind.

Dießen – Bikinis und Badehosen können noch ein paar Wochen im Schrank bleiben. Trotzdem fiebert eine Dießener Bürgerinitiative um Peter Augsdörfer dem Start der Sommersaison im Strandbad St. Alban aufgeregt entgegen. Denn nach wie vor ist die Zukunft des beliebten Bades wegen der Haftungsfrage bei Unfällen ungewiss. Bleibt es wie bisher ein Naturbad mit Eintrittsgebühr, Floß, Rutsche und Aufsicht, oder wird es eine bloße Badestelle?

Den Schwarzen Peter schiebt Initiator Augsdörfer Verwaltung und Gemeinderat der Marktgemeinde zu. Er sei verwundert, „dass unser Gemeinderat jetzt erstmal externe Fachberater anheuert und am 25. März über eine Lösung abstimmen möchte“. Angeblich hat Augsdörfer „aus gut unterrichteten Kreisen“ erfahren, dass das Bad künftig ab neun Uhr morgens durch den Pächter geöffnet werde und dass es keine längeren Öffnungszeiten geben werde. Am 14. März (19.30 Uhr) will Peter Augsdörfer in der Gaststätte Am Kirchsteig mit seiner „kleinen Arbeitsgruppe“ die Dießener über die vergangenen Aktivitäten der Initiative informieren und „die weitere Vorgehensweise diskutieren“. Sein Credo: „Wir müssen jetzt deutlich aktiver werden!“

Dabei sind Bürgermeister, Verwaltung und Gemeinderat bereits seit Monaten aktiv. Bürgermeister Herbert Kirsch betonte erst kürzlich bei der Jahreshauptversammlung der „Dießener Bürger“, man bemühe sich um eine Lösung, die allen Bürgern gerecht werde. Bis Ende März werde die Entscheidung fallen: Naturbad wie bisher oder Badestelle, eventuell auch eine Kombination von beidem, aber auf jeden Fall mit einer Badeordnung. Kirsch: „Ganz gleich, wie es ausgeht, eine hundertprozentige Rechtssicherheit gibt es nicht.“

Karl Heinz Springer, Geschäftsstellenleiter der Marktgemeinde, konkretisierte auf Nachfrage des KREISBOTEN nochmals die zwei möglichen Optionen. Einmal die Fortsetzung des Betriebs als Naturbad mit Eintritt, Floß und Rutsche, der nur mit einer entsprechend personalintensiven Badeaufsicht möglich ist. Die gewünschte Ausweitung der Öffnungszeiten werde sich nur bewerkstelligen lassen, wenn in ausreichendem Maße Personal gefunden werde. Alternativ wäre der Betrieb in St. Alban als bloße Badestelle denkbar, bei der zwar Floß und Rutsche auf dem südlichen Steg entfernt werden müssten, andererseits die Gebührenpflicht entfiele und die Öffnungszeiten ausgedehnt werden könnten.

Um die gesammelten Informationen über die Haftungsproblematik zu vervollständigen, arbeite die Verwaltung gemeinsam mit externen Fachberatern und in enger Abstimmung mit dem Gemeinderat eine Entscheidungsgrundlage aus. Peter Augsdörfer kritisiert in seiner Einladung für den 14. März einerseits dieses „Anheuern externer Fachberater“, lobt andererseits die Gemeinde Utting, die für das gleiche Problem bereits eine Lösung gefunden habe. Vergisst aber zu erwähnen, dass diese Lösung mit einem externen Fachberater gefunden wurde, nämlich dem Münchner Strafrechtsprofessor Dr. Werner Leitner.

Auslöser für die Bürgerinitiative von Peter Augsdörfer war der Beschluss des Marktgemeinderates, die Schlüssel für das Strandbad St. Alban einzuziehen. Mit den Schlüsseln hatten rund tausend Dießener die Möglichkeit, hier außerhalb der normalen Öffnungszeiten früh morgens und spät abends baden zu gehen. Man hatte sich zum unpopulären Schritt der Einziehung entschieden, weil die Haftungsfrage bei Unfällen ohne Badeaufsicht geklärt werden muss.

In der Bürgerpetition mit 150 Unterschriften wurde bemängelt, dass Dießen mit seinem ungefähr acht Kilometer langem Uferabschnitt „die einzige Gemeinde nicht nur am Ammersee, sondern im ganzen Fünfseenland ist, die über keinen für alle Bürgerinnen und Bürger frei zugänglichen Strand verfügt“. Die Strandbäder St. Alban und Riederau hätten nur an fünf Monaten im Jahr von neun bis 20 Uhr geöffnet. Viele Menschen aber wollen gerade im Hochsommer am frühen Morgen und spät abends baden gehen und die Atmosphäre am See genießen. 

Dieter Roettig

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