Seebühne Utting

Geister steigen aus dem See

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Die Seebühne Utting präsentiert Shakespeare unter freiem Himmel. Bis zum 5. August noch wird täglich außer montags „Ein Sommernachtstraum“ gespielt.
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Die Seebühne Utting präsentiert Shakespeare unter freiem Himmel. Bis zum 5. August noch wird täglich außer montags „Ein Sommernachtstraum“ gespielt.
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Die Seebühne Utting präsentiert Shakespeare unter freiem Himmel. Bis zum 5. August noch wird täglich außer montags „Ein Sommernachtstraum“ gespielt.
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Die Seebühne Utting präsentiert Shakespeare unter freiem Himmel. Bis zum 5. August noch wird täglich außer montags „Ein Sommernachtstraum“ gespielt.
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Die Seebühne Utting präsentiert Shakespeare unter freiem Himmel. Bis zum 5. August noch wird täglich außer montags „Ein Sommernachtstraum“ gespielt.
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Die Seebühne Utting präsentiert Shakespeare unter freiem Himmel. Bis zum 5. August noch wird täglich außer montags „Ein Sommernachtstraum“ gespielt.
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Die Seebühne Utting präsentiert Shakespeare unter freiem Himmel. Bis zum 5. August noch wird täglich außer montags „Ein Sommernachtstraum“ gespielt.
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Die Seebühne Utting präsentiert Shakespeare unter freiem Himmel. Bis zum 5. August noch wird täglich außer montags „Ein Sommernachtstraum“ gespielt.

Utting – Der gute alte Shakespeare würde wohl vor Schreck von seiner Himmelswolke fallen, wenn er die Uttinger Inszenierung seines „Sommernachtstraums“ anno 2017 sehen könnte. Die spielt nämlich nicht im antiken Athen samt Zauberwald, sondern am Ammersee-Ufer des Uttinger Summerparks. Und da rattern gleich zum Auftakt lautstark zeitgemäße Fortbewegungsmittel vom Traktor über Pkw bis zum Motorroller mit geschwätzigen Handwerkern ins Freilicht-Bühnenbild. Sie wollen für die Hochzeit von Prinz Theseus mit Hippolyta ein Theaterstück einstudieren.

Viel Beifall für das unerwartete Opening gab es von den Premierengästen der Uttinger Seebühne, die anlässlich ihres 20-jährigen Jubiläums die beliebteste und weltweit am meisten aufgeführte Komödie von William Shakespeare wieder ins Programm aufgenommen hat. Unter den Gästen der ersten Aufführung auch Uttings Bürgermeister und Seebühne-Fan Josef Lutzenberger, der immer wieder besorgt zum Himmel schaute, ob das Wetter hält. Denn ein gewaltiger Regenschauer eine halbe Stunde vor Beginn hätte beinahe die Premiere platzen lassen. Aber wie durch ein Wunder – hatte da Elfen-Königin Titania ihre magische Hand im Spiel? – klarte Minuten vor dem ersten Gong der Himmel auf und das Stück konnte ohne einen Regentropfen durchgespielt werden.

Im „Sommernachtstraum“ sind gleich vier Handlungsstränge miteinander verflochten. Die Rahmenhandlung bildet die Hochzeitvorbereitung von Prinz Theseus (gespielt von Holger Schmidt-Lutz) mit Hippolyta (Dagmar Herfort). Bei der Prunkhochzeit sollen zwei weitere Paare ebenfalls getraut werden, die sich aber hoffnungslos zerstritten haben. Unverdrossen proben die Handwerker (Zimmermann, Schneider, Kesselflicker usw.) trotz beschränkter Begabung ihre Einlage zum Gaudium des Publikums. Die Situation ist so verfahren, dass schließlich die Geister aus der Naturwelt eingreifen müssen. Leider sind sich aber auch Elfen-König Oberon (Werner Högel) und seine Gemahlin Titania (Birgit Quirchmayr) nicht gerade grün, so dass es zu turbulenten Verwicklungen kommt. Grandios anzusehen, wenn die Königin samt ihren komischen Elfen namens Senfsamen, Spinnweb oder Motte huldvoll aus dem Ammersee steigt. Für die fröhlich-bunten Fantasie-Gewänder von Kostümbildnerin Christel Gebhardt gab es viel Lob.

Der junge Luis Graf, der als Puck den persönlichen Elfen des Königs spielt, entpuppt sich in dieser Rolle als sehr begabtes Schauspieltalent und wurde schnell zum Publikumsliebling. Seebühne-Intendant und Regisseur Florian Münzer bewies gutes Gespür, den Jungen mit dieser großen Textrolle zu betrauen. Überhaupt hat Münzer wieder ein harmonisches Ensemble zusammengestellt, bei dem die bewährten Seebühnen-Darsteller wie Wilfried Müller, Gerhard Deininger oder Karl Wilhelm mit Profi-Schauspielern wie Ruben Hagspiel, Werner Högel, Birgit Quirchmayr, Olvia Czwarno, Ferdinand Ascher und Lisa Bales unterstützt werden. Nicht zu vergessen das bunt gehüllte Orchester mit Michael Bauer, Birgit Otter, Jeanette Höfer und Martin Jung. Sie brachten mit der Musik von Felix Mendelsohn-Bartholdy beschwingte Stimmung auf die Bühne direkt am facettenreichen Ammersee, der ein unvergessliches Bühnenbild zaubert. Das Spiel läuft bereits, wenn im Hintergrund der letzte Dampfer Utting ansteuert oder die Segler an ihren Bojen festmachen. Die einsetzende Dämmerung sorgt dann endgültig für eine große Prise Romantik.

All das machen Reiz und Zauber der Seebühne unter freiem Himmel aus, die bereits seit 20 Jahren Theaterfans aus der ganzen Region magisch anzieht. Bis zum 5. August noch wird täglich außer montags „Ein Sommernachtstraum“ gespielt. Im Internet unter www.seebuehne-utting.de gibt es weitere Informationen und auch die Möglichkeit der Kartenreservierung. 

Dieter Roettig

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