Sommerzeit und DNA-Spur – Schmiererei am Ammersee-Gymnasium: Freispruch

Mit einem Freispruch ist vergangene Woche der Prozess gegen zwei Jugendliche zu Ende gegangen, die angeklagt waren, für die Ende März verübten Schmierereien am Ammersee-Gymnasium verantwortlich zu sein.

Den zum Tatzeitpunkt 15 und 17 Jahre alten Schülern wurde vorgeworfen, die Fassade des Schulgebäudes mit beleidigenden Parolen und einem Hakenkreuz besprüht zu haben. Die Beweislage erwies sich jetzt vor dem Amtsgericht Landsberg jedoch als so dünn, dass sogar die Staatsanwaltschaft auf Freispruch plädierte. Rückblick: Ende März dieses Jahres tauchten die derben Kritzeleien an der Süd- und Ostfassade der Schule sowie einem benachbarten Haus auf. Eine Lehrerin und ein Schüler wurden persönlich beleidigt, es entstand ein Sachschaden in Höhe von 3400 Euro. Die Polizei arbeitete damals eng mit der Schule zusammen, um den Täter ausfindig zu machen. „Allerdings wurde wohl ziemlich schlampig ermittelt“, so Verteidiger Joachim Feller, der einen der beiden Angeklagten vertrat. Nach dem Motto „Wer könnte es denn gewesen sein?“ seien die Schüler ins Blaue hinein befragt worden. „Im Grunde basierte die ganze Anklage auf Gerüchten“, bemängelte der Landsberger Anwalt. Ins Visier der Ermittler gerieten der 15- und der 17-Jährige, weil sie das ASG verlassen hatten und man ihnen Rachemotive unterstellte. Einer der beiden ging daraufhin von sich aus zur Polizei, um sich zu entlasten. Er hatte die Schule freiwillig gewechselt und auch mit der betreffenden Lehrerin nie ein Problem gehabt. Als er angab, in der fraglichen Nacht an der Schule vorbeigekommen zu sein, schien dies einer Zeugenaussage zu widerspre- chen – bis man darauf kam, dass in dieser Nacht die Uhren auf Sommerzeit umgestellt wurden und der scheinbare Widerspruch gar keiner war. Auch eine an der sichergestellten Sprühflasche gefundene DNA-Spur stammte eindeutig von keinem der beiden Angeklagten. Richterin Birgit Lindner sah denn auch keine Anhaltspunkte für eine Verurteilung und sprach die beiden Angeklagten frei.

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