Feuerwehrhaus macht ratlos

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Für die geplanten 2,6 Millionen Euro wird das neue Feuerwehrhaus in Geltendorf nicht zu realisieren sein.

Geltendorf – Das geplante Feuerwehrhaus ist für die vom Gemeinderat gedeckelte Summe von 2,6 Millionen Euro nicht zu realisieren – das zumindest teilte Planer Carl Schleburg dem Bauauschuss in einer Sondersitzung mit.

Der Architekt forderte die Gemeinde auf, die vorliegende Eingabeplanung ohne weitere Kürzungen zur Genehmigung einzureichen. Der Bauausschuss verabschiedete mit 5:2 Stimmen einen entsprechenden Empfehlungsbeschluss an den Gemeinderat. Schleburg formulierte seine Botschaft deutlich. „Von mir werden Sie keine geschönte Kostenschätzung bekommen.“

Die 2,6 Millionen Euro seien eine Wunschzahl, die weder die aktuelle Hochkonjunktur noch die Preissteigerungen im Baugewerbe oder die anstehende neue Energiesparverordnung (EnEV) berücksichtige. Diese werde, unter anderem mit schärferen Anforderungen an die Gebäudedämmung, die Planung voraussichtlich noch einmal verteuern.

Keine "Schuhschachtel"

Die bislang angedachten Änderungen – Flachdach statt Wellendach, Situierung des Gebäudes näher an der Straße – stellte Schleburg in Frage. Das Wellendach sei ein Zugeständnis an die Geländeform, in die das Gebäude sich einfügen müsse – immerhin befinde man sich im Außenbereich. „Da können wir keine Schuhschachtel hinstellen.“ Eine Verschiebung des Gebäudes zur Straße hin verenge die Vorflächen und verursache deshalb Probleme bei der An- und Abfahrt der Feuerwehrleute.

Der Bauausschuss hatte sich von Schleburg kostensparende Änderungsvorschläge versprochen, mehrere Mitglieder zeigten sich deshalb enttäuscht. „Ich bin ratlos“, so Thomas Dietsch (Freie Bürger). Hans-Walter Rose (SPD) kritisierte, dass es nie wirkliche Planungsalternativen gegeben habe, und auch Elisabeth Raymann von Loefen hätte gerne von Schleburg gehört, zu welchen Kosten das feststehende Raumkonzept zu realisieren sei. „Das war Ihre Hausaufgabe.“

Die vorliegende Eingabeplanung geht von einer Investitionssumme von 2,9 Millionen Euro aus, doch weitere Zahlen wollte Schleburg nicht kommentieren. „Wenn die Baugenehmigung vorliegt, kann man die Baukosten überarbeiten.“ Auch müssten die laufenden Betriebskosten in die Überlegungen einbezogen werden – es bringe nichts, am Bau zu sparen, wenn sich dadurch der Gebäudeunterhalt verteuere. „Investitionskosten und Betriebskosten stehen im Verhältnis 30:70“, so Schleburg. Gleichzeitig machte er klar, dass größere Einschnitte mit ihm nicht zu machen seien. In dem Fall solle die Gemeinde mit einem anderen Planer weiterarbeiten.

In einer Fragerunde erhielten die im Zuschauerraum anwesenden Gemeinderäte und Feuerwehrleute das Wort. Der ehemalige Kommandant Ewald Kapfhammer erinnerte an die staatlichen Zuschüsse, die Eigenleistung der Feuerwehr und das Kapital, das sie einzubringen bereit sei. Gemeinderat Robert Sedlmayr (ÖDP) kritisierte die Sprengung des Kostenrahmens sowie das von Schleburg skizzierte Vorgehen. „Wir müssen zuerst die Planung ändern und dann ins Genehmigungsverfahren gehen.“ 

Bürgermeister Wilhelm Lehmann (CSU) will das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Gemeinderatssitzung setzen.

Ulrike Osman

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