Energie fast geschenkt

Sonnenenergie für Schondorfer Grundschule

Sporthallendach Schondorf
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Auf das sanierte Dach der Schondorfer Grundschul-Turnhalle wird bis Juli eine 100 KWp-Photovoltaik-Anlage im Rahmen eines Pachtkonzeptes installiert.
  • Dieter Roettig
    VonDieter Roettig
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Schondorf – „Das ist ja wie Weihnachten und Geburtstag zusammen!“ So dürfte sich die grüne Helga Gall bei der letzten Gemeinderatssitzung gefreut haben. Denn das Dach der Grundschul-Sporthalle erhält eine Photovoltaik-Anlage „für umme“, wie der Bayer sagen würde.

Mehr noch. Die 100 KWp-Anlage kommt nicht nur ohne Gemeinde-Anteil aufs Dach, sie bringt Schondorf trotz Pachtkosten auch noch ein jährliches Taschengeld. Und, was für Klima-Kämpferin Gall viel wichtiger ist: Durch die PV-Stromerzeugung werden jährlich 40,3 Tonnen CO² eingespart.

Wie berichtet, hatte Helga Gall als Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen bereits im Januar 2020 im Gremium mit 11:6 durchgesetzt, auf die Dächer von gemeindeeigenen Gebäuden grundsätzlich Photovoltaik-Anlagen zu installieren. Die erzeugte Energie solle ins Netz eingespeist und/oder als Eigenverbrauch angerechnet werden. Die Verwaltung wurde mit der Prüfung beauftragt, wo die Installation von PV-Anlagen möglich und sinnvoll sei. So wie beim Dach der Grundschul-Sporthalle, das nach dem Hagelschaden von 2019 ohnehin saniert werden musste.

Grundsätzlich zeigte sich der Gemeinderat Schondorf von dem Gedanken angetan, im Rahmen der fälligen Dachreparatur eine Photovoltaik-Anlage aufzusetzen. Doch die enormen Kosten erzeugten Bauchweh. Die Lösung kam von der LENA Service GmbH (Landsberger Energie Agentur). Sie machte Bürgermeister Alexander Herrmann (Grüne) ein neues, zukunftsfähiges und wirtschaftliches Angebot zur Sonnenenergie-Nutzung. Geschäftsführer Tobias Schmid stellte das Konzept im Gemeinderat vor, das schließlich mit großer Mehrheit angenommen wurde.

Im Rahmen eines Pachtmodells wird eine große PV-Anlage mit 300 Modulen auf dem Dach der Grundschul-Sporthalle installiert. Diese wird auf knapp 100 KWp ausgelegt. Etwa 40 Prozent des erzeugten Stroms können in Zukunft direkt durch die Schule verbraucht werden, der Rest wird in das Stromnetz eingespeist. Bürgermeister Alexander Herrmann freute sich: „Damit leisten wir durch die Nutzung der Dachfläche und der Doppelnutzung von versiegelter Fläche unseren Beitrag zum Klimaschutz und sparen über 40 Tonnen CO² jährlich ein.“ Das spezielle Pachtmodell ermögliche es der Gemeinde, das Projekt schnell, einfach und fast ohne eigene Ressourcen und bürokratischen Aufwand umzusetzen.

Man wolle umgehend mit dem Bau beginnen, da das Gerüst an der Turnhalle noch steht. Die Fertigstellung ist schon für Juli geplant. Das LENA-Ingenieursteam übernimmt die gesamte Planung und wird zudem die Gemeinde im Betrieb der Anlage unterstützen. Umgesetzt wird der Bau mit einem regionalen Solarfachbetrieb aus dem LENA-Netzwerk.

Anlageneigentümer und damit Vertragspartner der Gemeinde ist die VR-BürgerEnergie Landsberg, eine Genossenschaft für die regionale Stromerzeugung im Landkreis Landsberg. Wie Vorstand Albert Rösch ausführte, sei dies nach der kleineren Anlage auf dem Schondorfer Schützenheim die zweite von der VR-BürgerEnergie gebaute und betriebene Anlage in der Gemeinde.

Keine Goldgrube

Zur Nutzung der Dachfläche für de PV-Bebauung schließt die Gemeinde Schondorf einen Pachtvertrag mit der VR-Bürger­Energie. Die wiederum verpachtet die fertige Anlage an die Gemeinde Schondorf. Deren Pachtkosten ohne Betrieb, Wartung und Instandhaltung betragen brutto 13.430 Euro jährlich. Eigenstromvorteil und Einspeisung abzüglich der Pachtkosten ergeben noch ein Plus für die Gemeinde von jährlich 2.100 Euro brutto. Dazu Tobis Schmid: „Eine PV-Anlage ist keine Goldgrube mehr. Aber wir können damit viel für das Klima bewirken.“

LENA als Betreiber

Nach fünfzehn Jahren Pachtlaufzeit kann die Gemeinde die Anlage für rund 12.000 Euro brutto kaufen und bis zu zehn Jahren weiter nutzen, vorausgesetzt die Module arbeiten solange wie versprochen. Bei der angestrebten Anlagenlebensdauer von 25 Jahren würden sich die CO²-Einsparungen auf 1.007,5 Tonnen summieren.

Neben dem Beschluss für das Konzept gab der Gemeinderat noch sein Okay für einen Betreibervertrag mit LENA Service GmbH. Diskutiert wurde auch über künftige Erweiterungsoptionen wie den Einsatz von zusätzlichen Stromspeichern oder dem Aufbau einer Ladesäulen-Infrastruktur für eine noch effizientere Nutzung.

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