Sonnenstrom vom Munitionsdepot

Nach drei gescheiterten Anläufen endlich Grünes Licht für „Energiespeicher Fuchstal“: Auf dem Areal des ehemaligen Munitionsdepots bei Leeder dürfen Photovoltaikanlagen entstehen. Foto: Schmid

Nun also doch: Im ehemaligen Munitionsdepot bei Leeder darf der „Energiespeicher Fuchstal“ die von ihm gewünschten Photovoltaikanlagen aufstellen – sowohl auf freier Fläche als auch auf den Dächern mehrerer Bunker. Bereits dreimal war der Antragsteller mit seinem Vorhaben im Gemeinderat gescheitert, jetzt gab es endlich Grünes Licht für die Stromproduktion aus Sonnenenergie.

Die plötzliche Meinungsänderung der Ratsmehrheit erklärt Bürgermeister Erwin Karg mit der Atomkatastrophe in Fuku­shima: Aufgrund des Atomausstiegs in Deutschland habe im Gemeinderat ein Umdenken stattgefunden und deshalb habe er, Karg, das Thema erneut auf die Tagesordnung gesetzt. Der Bürgermeister selbst hatte sich schon vor einem Jahr für das Projekt ausgesprochen. Nur noch drei Räte stimmten jetzt gegen die Solaranlagen im Munitionsdepot. Die Anlagen auf den Bunkern seien kaum einsehbar, versicherte Karg, da lediglich die drei unteren Reihen auf der nordöstlichen Seite bestückt würden. Zusätzlich wird es auf der östlichen Seite im ehemaligen Nato-Bereich drei über das Gelände verteilte Freiflächenanlagen. Insgesamt werden sie rund zwei Hektar groß sein. Die Errichtung der Photovoltaikanlagen hatte der „Energiespeicher Fuchstal“ deshalb angestrebt, da seine Pläne, in den Bunkern durch Trockenvergärung Energie zu erzeugen, gescheitert waren. Denn aufgrund einer Gesetzesänderung hätten die neuen Auflagen zur Abdichtung nur mit immensen Kosten eingehalten werden können. Doch nicht nur im ehemaligen Munitionsdepot wird in Fuchstal bald Sonnenstrom erzeugt: Eine weitere Photovoltaikanlage soll auf einem Teilbereich der rekultivierten Kiesgrube Asch entstehen – nördlich des Walles am Sägewerk Pröbstl und östlich der Bahnlinie Landsberg-Schongau. Diese Anlage mit einer Leistung von maximal 370 Kilowatt finanziert die Kommune selbst. Die Investitionskosten betragen rund 750000 Euro, dazu kommen 100000 Euro für die Infrastruktur und die Planung. Mit der erwarteten Einspeisevergütung von jährlich 85000 Euro soll die Anlage voraussichtlich in elf Jahren refinanziert sein. Den dort produzierten Strom will die Gemeinde an LEW „verkaufen“. Direkter Abnehmer ist Pröbstl. Gegen die Solaranlagen im Munitionsdepot hatten die Träger öffentlicher Belange keine Bedenken vorgebracht. Lediglich gegen eine ebenso dort vorgesehene Holzvergasung gab es von Seiten der Emissionsschutzbehörde Einwände. Im Dezember am Netz Für die beiden Photovoltaik­anlagen wird der Gemeinderat voraussichtlich Anfang September den jeweiligen Billigungsbe­schluss fassen. Spätestens Anfang November könnte dann sowohl im Munitionsdepot als auch in der Kiesgrube der Bau beginnen, rechnet Karg, und könnten noch im Dezember am Netz sein.

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