Krönender Wies'n-Abschluss

Der schönste Umzug überhaupt

+
28 Vereine, drei Kapellen und zwei Spielmannszüge zogen am Sonntag durch Landsberg. Der Festumzug der Vereine aus Landsberg und dem gesamten Landkreis war der Höhepunkt und gleichzeitig der Abschluss des Landsberger Volksfestes.

Landsberg – Wenn zwei nette Mädels des Scheuringer Trachtenvereins dem Landsberger Oberbürgermeister unter die Arme greifen, dann ist Wies’n-Zeit. So geschehen im Festzelt nach dem großen Umzug der Vereine. Ein sichtlich stolzer OB Mathias Neuner konnte dort den vielen Besuchern aus Stadt und Landkreis Landsberg in dem guten gefüllten Festzelt verkünden, das sei der schönste und größte Umzug, den er erlebt habe und er soll zukünftig immer mit den Vereinen aus der Lechstadt und dem Landkreis stattfinden.

Rekordverdächtig war schon der Beginn des Volksfestes. Mit zwei Schlägen hatte Neuner das erste Fass angestochen. Rekordverdächtig war auch die Zahl der Teilnehmer am Umzug. Sage und schreibe 1300 Mitglieder von 28 Vereinen, drei Kapellen und zwei Spielmannszügen marschierten von der Spöttinger Straße über den Hauptplatz, Hinteren Anger in Richtung Waitzinger Wiese. Für die Stimmung unterwegs sorgten Musikgruppen aus Stadt und Landkreis. Nur die vier Brauereipferde schienen die einzigen zu sein, die mit dem bayerischen Brauchtum und der Musik nicht so ganz einverstanden waren. Auf der Waitzinger Wiese wurden sie, gelinde gesagt, doch sehr nervös. Den Pferdeflüsterern gelang es aber, sie zu beruhigen.

Krönender Abschluss der Wies'n

Während im Zelt die Bierkrüge gefüllt wurden, war draußen viel los. Zwar zuckten alle bei den Böllerschüssen jedes Mal erneut zusammen, doch das tat der Stimmung keinen Abbruch. Der Geruch von Steckerlfisch weht zum Autoscooter hinüber, wo nach Herzens- lust ohne polizeiliche Ahndung jede Menge Zusammenstöße provoziert wurden. Wer lieber schnell schwindlig werden wollte, konnte es auf dem Kettenkarussell versuchen. Einen gesunden Magen müssen auch die Fahrgäste im Top-Spin gehabt haben.

Gelebte Tradition

Einer der 1300 „Umzügler“ war Landrat Thomas Eichinger mit Ehefrau und Nachwuchs. „Für mich als Landrat ist es eine tolle Sache, hier mit dabei zu sein“, sagte er gut gelaunt auf die Anfrage des KREISBOTEN. „Man sieht auch hier in der Stadt, dass die Tradition gelebt wird“. Viele Vereine aus dem Landkreis hätten sich beteiligt, es sei ein schönes Zusammenwirken von Stadt und Landkreis, so der Landrat.

So voll wie am letzten Tag der Landsberger Wies’n war es beileibe nicht alle Tage. „Es ist sogar etwas weniger als im vergangenen Jahr gewesen“, sagt Zeltchefin Michaela Kemper von der Lanz-Gastronomie. Das durchwachsene Wetter unter der Woche sah sie als Hauptursache. Trotzdem ist sie zufrieden. Die Partys am Freitagabend und am Samstag seien „super“ gewesen. Für die Geschäftsführerin war es nicht immer leicht, unter Berücksichtigung des Wetters Essen, Getränke und ausreichend Personal zu disponieren. Am letzten Volksfesttag waren rund 60 Beschäftigte im Einsatz, darunter 30 Servicekräfte, sechs Kräfte an der Schänke, zehn in der Küche. Dazu komme noch das Sicherheitspersonal…

Für Referatsleiter Anton Sirch vom städtischen Veranstaltungsmanagement war die Wies‘n „eine runde Sache“. Mit dem Beiprogramm habe man es geschafft, das Zelt mit seinen rund 2000 Plätzen nicht nur an den Festwochenenden zu füllen. Der Donnerstag, traditionell der „Generation Ü65“ vor­behalten, sei durch die Fundsachenversteigerung zum absoluten Hit geworden. „Alleine 30 Fahrräder sind versteigert worden“, sagte Sirch. Dazu unzählige Schirme und eben alles, was die Menschen so liegen lassen. „Das Zelt war voll“. Gut angekommen sei auch der Flohmarkt gewesen, betonte er. Sirch ist zufrieden. „Trotz nicht immer guten Wetters war es ein gut besuchtes Volksfest“. Für ihn beginnt Ende des Jahres die Vorbereitung für die nächste Wies‘n. Sein Anspruch ist es, das Fest weiter auszubauen und noch attraktiver zu gestalten.

„Der Sonntag mit dem Festumzug und dem etwas besseren Wetter hat vieles rausge- rissen“, sagte Wies’n-Chef Edmund Diebold. Nach seinen Worten seien die Fahrgeschäftebetreiber daher nicht frustriert nach Hause gefahren. „Sie kennen die Wetterabhängigkeit von Volksfesten“. Wie viele Besucher allerdings die Wiesn an den sieben Tagen hatte, konnte Diebold nur schätzen. „Vielleicht 35000, ist aber grob geschätzt“, gab Diebold ganz offen zu.

Zum Abschluss der Waitzinger Wies’n ließen die Veranstalter es traditionell noch einmal richtig krachen – mit einem großen Feuerwerk.

Siegfried Spörer

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Der zahnlose Tiger im Nahverkehr
Der zahnlose Tiger im Nahverkehr
Ziegelanger: Wohnungsbau mit Stolpersteinen
Ziegelanger: Wohnungsbau mit Stolpersteinen
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben

Kommentare