Im Barock verwurzelt

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Kulturförderpreisträgerin Sophie Wendinger liebt alte Musik – hier mit ihrer Viola da Gamba.

Landsberg/Bremen – Sophie Wendinger hat sich schon gut in Bremen eingelebt. Seit diesem Semester studiert sie dort Blockflöte mit Nebenfach Cembalo an der Hochschule für Künste. „Ich vermisse meine Familie schon und Landsberg ist ja meine Heimat“, gibt die 18-Jährige zu. Aber sie habe schon Anschluss an die anderen Studenten gefunden: „Es ist schön, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die alle das gleiche Ziel verfolgen.“

Die Blockflötistin ist in Bremen eine der Jüngsten. Erst letztes Jahr beendete sie die Realschule in Kaufering und fing an, sich auf die Aufnahmeprüfung an diversen Hochschulen vorzubereiten. Im Juli war es dann soweit: Sie zeigte in Bremen ihr Können unter anderem mit dem Menuett von Johann Quantz, das ihre Zuhörer dieses Jahr im Landsberger Rathaus schon genießen konnten – und bestand die Prüfung mit Bravour. Das Vorspielen ist Sophie gewohnt: Sie gewann bereits zahlreiche Preise bei Jugend musiziert, sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene.

Die Reisen zu den einzelnen Wettbewerben genoss die Blockflötistin: „Es hat immer Spaß gemacht, vor allem, weil ich mit den Mitspielern aus meinem Ensemble auch sehr gut befreundet bin.“ Ein Vorspiel von 2013 ist ihr dabei in besonderer Erinnerung geblieben: „Wir haben als Ensemble in der Kategorie „Alte Musik“ im Gasteig gespielt. Da hat einfach alles gestimmt, die Akustik und das Zusammenspiel untereinander.“ Vor Auftritten ist sie aber immer noch nervös: „Jeder Musiker hat das“, erzählt sie, aber mit Atemübungen habe sie das Lampenfieber inzwischen gut im Griff.

Auf die Frage, ob sie ehrgeizig sei, lacht die Musikerin: „Ich glaube schon, also bisher hat alles geklappt, was ich mir vorgenommen habe.“ In Österreich geboren, kam Sophie mit ihrer Familie 2008 nach Bayern und setzte in Augsburg ihren Musikunterricht fort, bevor sie ab 2009 mit dem Unterricht bei Susanna Ricchio an der Musikschule Landsberg begann. Blockflöte hat sie beibehalten, aber ihr zweites Instrument, die Geige, tauschte sie damals gegen die weniger bekannte Viola da Gamba ein: „Die Gambe hat einen sehr feinen Klang, in den Tiefen klingt sie erdig“, beschreibt die Musikerin das Instrument. Es ähnelt einem kleinen Cello, „aber die Handhaltung und Bogentechnik ist eine ganz andere“.

Irgendwann will sie auch dieses Instrument in ihr Studium aufnehmen. Mit Blockflöte und Gambe ist Sophie musikalisch vor allem im Barock verwurzelt: Telemann, Corelli, Castello, „diese Musik liegt mir einfach“. Moderne Musik sei etwas gewöhnungsbedürftig, aber durch die andere Herangehensweise dieser Musik lerne man sein Instrument besser kennen. Sophie nennt als Beispiel ein Stück von Agnes Dorwarth, bei dem neben Flöte auch Hände, Füße und Stimme zum Einsatz kommen. Es klinge sehr ungewohnt, zeige aber, was in der oft als „Anfängerinstrument“ abgestempelten Blockflöte alles stecke.

Nach ihrem Studium, das bis zum Bachelor acht Semester dauern wird, möchte Sophie Wendinger Unterricht geben: „Das habe ich auch in Landsberg schon gerne gemacht.“ Und offensichtlich auch mit Erfolg: Eine ihrer Schülerinnen gewann bereits den ersten Preis beim Regionalwettbewerb von Jugend musiziert.

Susanne Greiner

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