Sorge um das Bild Dießens – Heimatforscher üben Kritik an Ortsentwicklung

Mit großer Sorge betrachtet der Vorsitzende des Arbeitskreises der Heimatforscher des Ammersees, Herwig Stuckenberger, die Ortsentwicklung in Dießen. Das ursprüngliche Erscheinungsbild der Ammerseegemeinde werde seiner Ansicht nach „immer mehr zerstört“, betonte Herwig auf der jüngsten Jahreshauptversammlung. Dies betreffe sowohl die Architektur als auch die Farbwahl mancher Gebäude. Laut Stuckenberger kann hier nur der Marktgemeinderat Einhalt gebieten.

Besonders deutlich wird diese Entwicklung bei einer von den Heimatforschern erstellten Fotodokumentation, die den Namen „Alt und Neu in Dießen“ trägt. „Damit wollen wir den Ort dokumentieren“, erläuterte Stuckenberger auf der Versammlung. Beim Betrachten von historischen Aufnahmen und dem, was phasenweise heute daraus geworden ist, musste er feststellen, dass „sich Dießen leider nicht schön entwickelt“. Als Beispiele führte er unter anderem die neuen Bauten in der Prinz-Ludwig-Straße an: „Wenn man hinter das Rathaus schaut, wird einem schlecht.“ Auch zerstöre die immer mehr zunehmende Anzahl von Reklameschildern, Transparenten und Plakaten das Ortsbild. Hier müsse die Marktgemeinde unbedingt eingreifen. Auch die Architekturen mancher neuer Gebäude, wie etwa in der „Fischerei“ oder in der Bahnhofsstraße, seien sehr bedenklich und entsprächen sogar nicht dem alten Ortsbild Dießens. Trauriger Höhepunkt sei für Stuckenberger der „Seefelderhof“ in der Fischerei. „Dieser steht nach seiner Renovierung wie ein Klotz da und er- innert eher an eine riesige Plastik, die das ganze Areal der sonst beschaulichen und traditionellen Fischerei erschlägt.“ Gemeint ist vor allem die Farbwahl der Außenfassade, „die eine einzige Tragödie ist“, hält der Vorsitzende mit Kritik nicht lange hinter dem Berg. Bedenklich sei auch der Trend, immer mehr Kulturgüter aus Dießen zu verkaufen. Als Beispiel führte er ein Fresko aus St. Georgen an, das im Dezember vergangenen Jahres eigentlich in München unter den Hammer kommen sollte. Hier habe sich „erfreulicherweise“, so Erwin Stuckenberger, kein Käufer gefunden.

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