Sorge ums Warmfreibad

Mit solchen Styroporelementen und Beton ließe sich das von der Schließung bedrohte Becken abdichten und sanieren. Die Fördervereinsvorstände Johann Albrecht, Jonas Pioch, Markus Wasserle (Vorsitzender) und Christine Scheffler (von links) hoffen auf grünes Licht vom Landkreis für diese Maßnahme. Foto: Osman

Er ist erst sechs Wochen alt und hat bereits 85 Mitglieder: Der Förderverein zum Erhalt und der Unterstützung der Bäder des Landkreises Landsberg am Lech hat in der Bevölkerung offenbar einen Nerv getroffen. Groß war denn auch das Interesse an einer Veranstaltung, bei der Vorsitzender Markus Wasserle das Konzept des Vereins und erste Ideen vorstellte. Unter anderem präsentierte Wasserle mehrere Möglichkeiten zur Rettung des 33-Meter-Beckens, das der Landkreis eigentlich zuschütten will.

Rund 50 Mitglieder hatten am Freitagabend trotz Eiseskälte und glatter Straßen den Weg in die Schwimmbad-Gaststätte in Greifenberg nicht gescheut, darunter sogar Besucher aus dem Landkreis München, für die das Freibad im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel ist. Sie alle bewegt die Sorge, die defizitären Landkreis-Schwimmbäder in Greifenberg, Thaining und Kaufering würden sukzessive kaputt gespart, um sie dann peu à peu ganz dichtzumachen. In Greifenberg stellt sich zusätzlich die Problematik eines geplanten Hotel-Neubaus – unter Umständen „der finale Schritt in die Privatisierung des Bades“, wie zweiter Vorsitzender Jonas Pioch befürchtete. Allerdings ist in Greifenberg eine Gemeinderatsmehrheit gegen das Hotelprojekt, und ohne positiven Gemeinderatsbeschluss gibt es keine Baugenehmigung. Der Verein möchte, dass die Bäder so erhalten bleiben, wie sie sind – dazu gehört auch, dass die geplante Schließung des 33-Meter-Beckens in Greifenberg verhindert wird. Hier würde laut Landkreis die Reparatur der defekten Verrohrung mindestens 60000 Euro kosten – eine Zahl, der Wasserle widersprach. „Das Leck in der Leitung haben wir bereits geortet“, erklärte der FDP-Kreisrat. Die Reparatur sei für unter 10000 Euro zu machen. Für das Becken selbst legte Wasserle verschiedene Sanierungsvarianten vor. So ließe sich mit einem Fließ und einer Spezialfolie der marode Beckenboden abdichten, durch den in der Saison täglich 25000 Liter Wasser versickern. Noch besser würde in seinen Augen die Auskleidung des Beckens mit Styroporsteinen funktionieren, die mit Beton ausgegossen werden. Sie würden das Becken nicht nur abdichten, sondern auch isolieren. „Das würde eine Senkung der Energiekosten um 40 Prozent bedeuten“, erklärte Wasserle. Laut einer großzügigen Kostenschätzung wäre diese Variante inklusive einer kompletten energetischen Sanierung des Beckens für rund 150000 Euro zu realisieren. Um finanzielle Mittel zur Unterstützung der Bäder aufzubringen, hat der Verein zahlreiche Ideen. Vor allem soll die Mitgliederzahl erhöht werden – am liebsten auf 1000 noch in diesem Jahr. Bei einem jährlichen Beitrag von 15 Euro wären das 15000 Euro, die den Bädern zugute kämen, und das Jahr für Jahr. Außerdem möchte Wasserle bei regionalen Unternehmen und Banken Spenden sammeln – als Mitorganisator der Landsberger Ausbildungsmesse verfüge er hier über gute Kontakte. Benefizveranstaltungen wie Pflanzen-Börsen, Radl-Flohmärkte und Weihnachtsmärkte sollen weitere Mittel einspielen. „Und schließlich können wir die Bäder auch mit Arbeitsleistungen unterstützen, können zum Beispiel Rasen mähen, Spielgeräte streichen und Reinigungsarbeiten durchführen.“ Daneben könnten Einsparungen stattfinden, etwa durch Aufstellung eines Ticketautomaten statt einer personenbesetzten Kasse. Mit all diesen Maßnahmen wäre das Defizit zu halbieren, ist Wasserle überzeugt. Und wenn sich die Bäder für bezahlbares Geld erhalten ließen, gebe es dafür auch eine Mehrheit im Kreistag. „Wir haben eine Chance“, so Wasserle zuversichtlich.

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