Guter Rat muss nicht teuer sein!

Immer mehr Jugendliche lassen sich beraten

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Die Präventiv-Erziehungskurse der SOS-Beratungsstelle werden gur angemommen.

Landsberg – Sie kommen, weil es Probleme zwischen den Eltern, zwischen Eltern und Kindern oder zwischen den Geschwistern gibt, weil Trennung und Scheidung anstehen oder Kinder sich auffällig verhalten: 665 Menschen aus dem Landkreis suchten und fanden 2013 Hilfe in der SOS-Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Landsberg. Darunter sind immer mehr Kinder und Jugendliche, die von sich aus kommen und ohne lange Wartezeit kostenlosen, der Schweigepflicht unterliegenden Rat von Fachleuten holen.

Oft haben die Ratsuchenden mit mehreren Problemen zu kämpfen: Zu Trennung und Scheidung etwa gesellen sich noch finanzielle Schwierigkeiten, Wohnungswechsel, eine neue Tagesstruktur und Auffälligkeiten im So­zialverhalten der Kinder. Dann müssen die Mitarbeiter das drängendste Anliegen herausfinden und alle anderen Schwierigkeiten mit den Klienten zusammen nach und nach angehen.

„Kinder und Jugendliche sowie Menschen in akuten Krisen bekommen meist sofort einen ersten Termin“, erklärt Bereichsleiterin Christina Plafky bei der Vorstellung des Jahresberichts. 76 Prozent der anderen Ratsuchenden warteten darauf nur bis zu 14 Tage. Bereits beim ersten ausführlichen Gespräch erhalten die Betroffenen Hilfe, Tipps und Beratung – gut einem Fünftel von ihnen genüge dies bereits, um wieder alleine klarzukommen. „Die anderen steigen in einen kontinuierlichen Beratungsprozess ein, der je nach Problemlage eine bis 20 Sitzungen umfasst.“

Die längerfristige Beratung startete für 31 Prozent der Betroffenen bereits beim ersten Beratungsgespräch, bei weiteren 40 Prozent innerhalb von drei Monaten, so Plafky. Spitzt sich die Situation zu, können auch kurzfristigere Termine angeboten werden. Gut genutzt wurden zudem die anonymen telefonischen Beratungen.

Plafky freut sich, dass die Menschen im Landkreis die präventiven Angebote der Beratungsstelle so gut in Anspruch nahmen: Zum Beispiel die Erziehungskurse, den 2013 erstmals angebotenen Kurs “Kinder im Blick” für Eltern in Trennung und Scheidung, aber auch das Selbstsicherheitstraining für Jugendliche. Außerdem wünscht sich die Bereichsleiterin, dass die Menschen “möglichst frühzeitig” zur Beratung kommen, damit bei Schwierigkeiten rechtzeitig Lösungsstrategien erarbeitet werden können und die Situation sich nicht weiter verschlechtert.

Die Mitarbeiter der Beratungsstelle, die über viele Arbeitskreise mit anderen Einrichtungen im Landkreis vernetzt sind, können bei Bedarf auch an andere Stellen verweisen. Denn die Zusammenarbeit klappt „sehr gut“, lobt Plafky. Die Vernetzungsarbeit bedeute auch einen Zugewinn für die Klienten, die so direkt an die passenden Stellen weitervermittelt werden.

Die Bereichsleiterin freut sich auch, dass die Klienten mit der Arbeit der Beratungsstelle offensichtlich sehr zufrieden sind: Manche von ihnen drücken ihre Dankbarkeit sogar über eine Spende aus, weil die Beratung „so toll“ war und ihnen kostenlos „so gut geholfen“ wurde.

Daniela Hollrotter

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