Unbürokratische Hilfe:

"Sozial Card" für schnelleren Zugang

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Die Sozial Card soll ab Januar auch Bedürftigen im Landkreis Landsberg erleichtern, an Hilfsleistungen zu kommen – ohne dafür jedes Mal zahlreiche unterschiedliche Papiere vorlegen zu müssen.

Landkreis – An einem Strang ziehen will Landrat Walter Eichner mit den caritativen Einrichtungen im Landkreis. Die „Sozial Card“ wird ab dem 1. Januar eingeführt und erleichtert Empfängern von Sozialleistungen, diese auch einzufordern. 

„Die Idee dazu stammt aus Bad Tölz“, erklärt Alois Handwerker, Geschäftsführer der Caritas Landsberg, der das Vor­- haben im Ausschuss vorstellte. Der Vorteil sei, dass die Empfänger ihre Berechtigungsscheine nicht mehr überall mithin nehmen müssen – es seien keine umfangreichen Unterlagen mehr notwendig, wenn sie die entsprechenden Einrichtungen oder Läden nutzen wollen. Die Behörden könnten die Sozial Card gleich an den Bescheid anfügen und verschicken.

Bisher mussten die Empfänger von Sozialleistungen, wenn sie von caritativen Einrichtungen profitieren wollten, ihre Bedürftigkeit durch die Vorlage ihres Leistungsbescheids nachweisen. Daneben stellen aber Caritas oder das Rote Kreuz eigene Berechtigungsscheine aus. Um nun eine Berechtigung für Hilfsleistungen zu schaffen, die von allen Organisationen im Landkreis anerkannt wird und auf der die Bedürftigkeit auf einen Blick zu erkennen ist, stimmte der senioren- und sozialpolitische Ausschuss dafür, die „Sozial Card“ ab dem kommenden Jahr einzuführen.

„Wir wollen damit auch der Diskriminierung vorbeugen“, erklärt Eichner. So könne man die Sozial Card dezent zeigen und müsse nicht so viele Papiere auf den Tisch legen. Vorläufig sollen mit der Sozial Card zwar keine weiteren Rabatte im Einzelhandel oder ähnliches verbunden sein. „Aber irgendwann wollen wir zum Beispiel auch Kinos und Sportvereine einbringen“, meint Alois Handwerker.

Die Kreisverwaltung steht dem Vorhaben positiv gegenüber, ebenso das Jobcenter, berichtet Handwerker. Die Sozial Card soll laut Eichner auch für Menschen gelten, deren Einkommensgrenze zehn Prozent über dem Minimum liegt, welches für einen Hartz IV-Antrag festgelegt ist. „Das ist eine passende Grenze.“ Gültig ist die Karte für einen bestimmten Zeitraum – falls sich in der Lebenssituation des Inhabers verändern sollte. Außerdem muss die Sozial Card immer mit einem gültigen Personalausweis vorgelegt werden. Janina Bauch

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