Bezahlbar wohnen mit Blick zum Ammersee

Dießen: Sozialbau in der Von-Eichendorff-Straße geht voran

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Die Arbeiten am sozialen Wohnbauprojekt in der Dießener Von-Eichendorff-Straße kommen planmäßig voran. Derzeit sind Zimmerer und Dachdecker am Werk und können bei der Arbeit den Blick rüber zum Ammersee genießen.

Dießen – Es geht zügig voran auf der Großbaustelle der Marktgemeinde an der Ecke Von-Eichendorff-Straße/Neudießen. Wie berichtet, entsteht auf dem knapp 2.000 Quadratmeter großen Grundstück ein moderner Wohnkomplex für bis zu 54 Personen. In zwei zueinander versetzten Baukörpern, die über einen zentralen und verglasten Zwischenbau mit Aufzug und Treppenhaus verbunden sind, werden 18 barrierefreie Wohnungen zu sozial verträglichen Mietpreisen gebaut.

Dießens Bauamt-Technikchef Gustav Arnold führte den KREISBOTEN-Mitarbeiter durch den Rohbau und nahm ihn mit aufs Dach, wo die Zimmerer fleißig werkeln. Mit einem traumhaften Blick rüber zum nahen Ammersee. Den können auch die künftigen Mieter im zweiten Stock genießen, wenn der Komplex Anfang des nächsten Jahres bezugsfertig ist. Noch vor Ostern soll in der ersten Aprilhälfte hier das Richtfest gefeiert werden.

Fast sechs Millionen Euro wird das Leuchtturm-Projekt kosten, wobei die Regierung von Oberbayern im Rahmen des Kommunalen Wohnraumförderungsprogrammes 30 Prozent zuschießt. Den Rest wird Dießen aus eigenen Rücklagen stemmen und keinen Kredit aufnehmen. Mit den geschätzten Mieteinnahmen von rund 100.000 Euro jährlich sollen dann neue Rücklagen gebildet werden.

Während bei den großen Wohnbauprojekten in den Nachbargemeinden Utting auf dem Schmucker-Areal und in Schondorf auf dem Prix-Gelände trotz intensiven Planungen noch nicht mal der erste Spatenstich erfolgt ist, eilt Dießen in großen Schritten seinem Ziel entgegen. Nämlich die Wohnungsnot für sozial schwächere Bürger etwas zu mindern. Nach der Änderung des Bebauungsplans 2016/2017 und dem Architektenwettbewerb ging es ohne Zeitverzögerung schnell zur Sache. Für Architekt Alexander Pfletscher, Bauamtsleiterin Johanna Schäffert und Bauamt-Technikchef Gustav Arnold ist dieser Komplex ein wahres Leuchtturm-Projekt und Vorbild für andere Gemeinden.

Das betonte bei der Grundsteinlegung auch Baudirektorin Doris Schmid-Hammer, Sachgebietsleiterin Wohnungswesen in der Regierung von Oberbayern. Der Sozialbau in Dießen gehöre zu den ersten Objekten, die mit dem Kommunalen Wohnraumförderungsprogramm „KommWFP“ bezuschusst werden.

Es war für die Marktgemeinde alles andere als einfach, den Bau so schnell hochzuziehen. Das Baugewerbe hat Hochkonjunktur und immerhin gut 30 Gewerke müssen unter einen Hut gebracht und vom Zeitplan her koordiniert werden: Ob Erdaushub, Tiefbau, Hochbau, Dachstuhl, Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektrik, Malerarbeiten und vieles mehr.

Über eine „beschränkte Ausschreibung“ konnten und können Firmen und Handwerksbetriebe ihre Angebote abgegeben, wobei dann die jeweils günstigsten vom Marktgemeinderat beziehungsweise ‚wenn‘s pressiert‘ als Eilentscheidung vom Bürgermeister abgesegnet werden. Wie zuletzt bei einer Spenglerei aus Fuchstal für Dach- und Abdichtungsarbeiten oder bei einer Schreinerei aus Weilheim für Fenster, Rolladen und Außentüren.

Kosten im Rahmen

Die zwei Gebäude sind durch ein Treppenhaus verbunden.

„Vom Kostenplan bleiben wir ungefähr im Rahmen“, betont Gustav Arnold vom Bauamt. Mal seien die Angebote höher, mal niedriger als angesetzt. Das gleiche sich unterm Strich aus. Die bisherigen Kostensteigerungen seien der guten Konjunkturlage geschuldet und würden auch prozentual von den staatlichen Zuschüssen mitgetragen. Architekt Alexander Pfletscher vom Büro Pfletscher & Steffan hat die beiden mit einem gemeinsamen Treppenhaus verbundenen Gebäude „mit Augenmaß“ in das bestehende Wohngebiet eingefügt. Mit dem „architektonischen Kunstgriff“ der Zwillingsgebäude gibt es keine wesentlichen Veränderungen der Topografie.

Alle 18 Einheiten vom Appartement bis hin zu Vier-Zimmer-Wohnungen werden barrierefrei gebaut. Bodentiefe Fenster, helle Fassaden, Balkone und Terrassen, die Satteldächer in Anlehnung an die Umgebung sowie Keller für jede Mietpartei ergeben einen hohen Wohnwert.

Auf den Tag der Einweihung und den Einzug der ersten Mieter freut sich Bürgermeister Herbert Kirsch zum Ende seiner letzten Wahlperiode besonders. Schließlich sei der Wohnungsbau mit sozial verträglichen Mieten eine persönliche Herzensangelegenheit für ihn.

Dass diesbezüglich in der Marktgemeinde ein großer Bedarf bestehe, zeige die Zahl der Anfragen mit der Bitte um Vormerkung, obwohl es noch keine Vergaberichtlinien und keinen genauen Zeitplan für die Vermietung gibt. Fest steht aber, dass nur Bürger mit Wohnberechtigungsschein zum Zuge kommen. Das ist Voraussetzung für die staatliche Förderung.

Dieter Roettig

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