Für alle Fälle: SOS-Dose im Kühlfach

Sozialverband VdK will den Notarzteinsatz  unterstützen

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Stellten die Initiative „Hilfe für den Notfall“ des VdK Kreisverband Landsberg vor (von links): VdK-Kreisvorsitzender Walter Eichner, stellvertretender BRK-Vorsitzender Michael Vivell, Notärzte-Obmann Wolfgang Weisensee, VdK-Kreisgeschäftsführer Dietrich Mehl und Stephan Sieg von der Sparkasse Landsberg-Dießen als Sponsor.

Landsberg – Wenn der Notarzt kommen muss, wird‘s nicht selten kompliziert – nicht nur für Patienten, sondern auch für die Notärzte vor Ort. Denn sie finden oftmals Patienten vor, über deren Krankheit oder die Ursache für die ärztliche Nothilfe keine belastbaren Informationen vorhanden sind. Hinzu kommen Hilflosigkeit im fortgeschrittenen Alter, andere soziale Handicaps oder auch Auskunftsblockaden bei Familienangehörigen, die aufgrund der Notfallsituation ebenfalls hilflos angetroffen werden. Hier kann die SOS-Dose weiterhelfen, die der VdK-Kreisverband empfiehlt.

Es fehlen den Notärzten aus diversen Gründen wichtige Informationen, die von den Hausärzten oder anderen behandelnden Einrichtungen stammen. Sie könnten Auskunft über aktuelle, frühere oder chronische Erkranken sowie Allergien oder Medikamenten-Einnahmen geben. Über diese Problematik sprach Dr. Wolfgang Weisensee, Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin sowie Notärzte-Obmann, vor wenigen Wochen noch mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), als dieser in Landsberg weilte.

Dieser Problematik hat sich nun auch der VdK-Kreisverband angenommen. Kreisvorsitzender und Alt-Landrat Walter Eichner, profunder Kenner der Gesundheitsproblematik, konnte die Sparkasse Landsberg-Dießen für eine in seinen Augen „sehr wichtige Aktion“ gewinnen: Die Sparkasse sponsert die Ausgabe von 1.200 SOS-Dosen. In einer SOS-Dose können die jeweils wichtigsten Informationen der Notfallpatienten für den Notarzteinsatz enthalten sein. Dr. Weisensee sieht darin die erste wirklich wichtige Informationsquelle für den Notfall, und auch Michael Vivell, stellvertretender BRK-Kreisvorsitzender und selbst ausgebildeter Notfallhelfer, pflichtet dem Mediziner bei, denn damit können die Rettungssanitäter im Notfall auch den fachlich richtigen Weg ins erforderliche Krankenhaus finden. „Dabei bleiben die individuellen Rechte der Patienten auf informationsrechtliche Selbstbestimmung im Sinne des Datenschutzes in jedem Fall gewahrt“, führte Dr. Weisensee an, denn letztlich bestimme der Patient oder dessen Bevollmächtigter, ob und welche Informationen in der Dose aufbewahrt werden.

VdK-Kreisgeschäftsführer Dietrich Mehl, ergänzte beim Pressetermin in der Landsberger VdK-Kreisgeschäftsstelle, dass die für diese Woche vorgesehene Aktion fortgeführt werde und auch dann VdK-SOS-Dosen zur Verfügung stünden, wenn das Anfangs-Kontingent ausgegeben worden sei.

Übrigens: Am sinnvollsten sie die SOS-Dose im Kühlschrank platziert, so die Empfehlung der Fachleute, denn den gibt es in jedem Haushalt. In die Dose können eine Selbstauskunft sowie ein Arztbrief eingesteckt werden. Dr. Weisensee appelliert daher an die Ärzte, entsprechende Informationen vorzusehen und den Patienten für den Notfall mitzugeben.

Die Verteilung der SOS-Dosen erfolgt am Freitag in den Sparkassen-Filialen in Landsberg (Hauptplatz), Pittriching, Dießen, Leeder (Vormittag), Rott, Pürgen und Kaufering (Nachmittag) sowie am Donnerstagnachmittag in Denklingen, Egling, Finning und Penzing.

Wolfgang Klinker

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