Neuer Raum für Lebenshilfe

Wohnungen zu erschwinglichen Mieten in der Saarburgstraße

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Die alte Trikotagenfabrik in der Saarburgstraße (oben rechts) soll abgerissen werden. Im neuen Gebäude geplant sind ebenerdig barrierefreie Räume für die Lebenshilfe, eine halbunterirdische Tiefgarage und insgesamt 18 Wohnungen im ersten und zweiten Stockwerk.

Landsberg – Im Flächennutzungsplan ist es noch ein „Sondergebiet“: Das Gelände an der Saarburgstraße mit der ehemaligen Trikotagenfabrik. Nach Wunsch des Besitzers, der Sparkasse Landsberg-Dießen, soll der Bau abgerissen und durch einen Neubau mit Gewerbe, Büro, Verwaltung und Wohnungen ersetzt und somit zum „Urbanen Gebiet“ werden – auf dem auch eine Nachverdichtung und somit Erhöhung der Grundflächenzahl (GRZ) stattfinden darf.

Architekt Johann Müller-Hahl stellte im Bau- und Planungsausschuss den bisherigen Bebauungsplanentwurf vor. Im Erdgeschoss des dreigeschossigen Gebäudes sollen neben gewerblicher Nutzung auch barrierefreie Therapie- und Verwaltungsräume für die Lebenshilfe Landsberg entstehen. Das Erdgeschoss werde leicht erhöht, um eine halbuntergeschossige Tiefgarage mit 30 Stellplätzen zu ermöglichen. In den beiden oberen Stockwerken werde man 18 Miet- und Mitarbeiterwohnungen errichten: „Ziel ist es, neuen Wohnraum zu erschaffen zu erschwinglichen Mieten.“ Und die lägen laut Müller-Hal im „mittleren Bereich“. Das Problem sei indessen die Verladezone des benachbarten Supermarktes – weshalb geplante Balkone zum Supermarkt hin schallgeschützt gebaut werden müssten.

Dass der Bebauungsplan von 1984 geändert wird, war bereits 2014 beschlossen. Damals wurde die Ausweisung eines Mischgebiets mit hoher GRZ (1,6) beantragt. Ein „Urbanes Gebiet“ bedingt eine Senkung der GRZ, die nun bei 0,8 liegen soll. Was im Vergleich zur bisherigen GRZ (0,6) eine leichte Erhöhung ist. Franz Daschner (UBV) sah das kritisch: „Wie viel Nachverdichtung wollen Sie der Katharinenstraße noch zumuten?“

Dieter Völkel (SPD) wies auf den notwendigen Wohnraum hin: „Wo wollen Sie denn sonst nachverdichten?“ Stadtbaumeisterin Birgit Weber betonte zudem die hohe Versiegelung des Gebietes. Die GRZ steige vor allem wegen Tiefgarage.

Wolfgang Neumeier (UBV) warf ein, hier müsse SoBon angewendet werden. Zwar sei der Bauantrag vor der Gültigkeit von SoBoN gestellt worden, jedoch habe man den Planentwurf bisher nicht öffentlich ausgelegt – weshalb SoBoN greifen müsse. Man werde die terminliche Frage noch prüfen, versprach Weber. Dass das Erdgeschoss indessen komplett in sozialer Nutzung geplant sei, könne man bei einer notwendigen Anwendung von SoBoN anrechnen.

Die Anpassung des Flächennutzungsplans laut Antrag, die Weiterführung des Bauleitplanverfahrens aufgrund des bisherigen Entwurfs und eine Prüfung auf Anwendung der SoBoN-Richtlinie wurde einstimmig beschlossen.

Susanne Greiner

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