Die Spanier haben’s vorgemacht

Andreas Fülla erzielte den 2:1-Siegtreffer gegen Nördlichen. Foto: Krivec

In Peiting wurde der Wechsel des Offensiv-Duos zum TSV Landsberg vor der Saison als „schmerzlich“ bezeichnet, seit dem 2:1 (1:1) im ersten Landesliga-Punktspiel gegen Nördlingen weiß man auch, warum: Sebastian Nuscheler sorgte mit Tempo und technischen Feinheiten für mächtig Alarm in der Hintermannschaft der Schwaben, Andreas Fülla entschied dann das Spiel mit seinem Treffer in der 77. Minute.

Dass Nuscheler, in Peiting ein Torgarant, trotz guter Chancen noch nicht traf, war für Trainer Sven Kresin zu verschmerzen: „Er ist laufstark, dynamisch, arbeitet zudem stark defensiv. Wir haben ihn ja nicht ohne Grund geholt, an ihm sollten wir in Landsberg noch viel Freude haben.“ Dabei hatte es bei der ersten ernsthaften Standortbestimmung gar nicht gut für die TSV-Kicker ausgesehen. Man fand sich einer Truppe gegenüber, die wie aufgezogen rannte und immer wieder Ballverluste in den Landsberger Reihen provozierte. Überraschend war es angesichts der Unsicherheiten dann auch nicht, dass Manuel Meyer schon nach einer Viertelstunde durch die Innenverteidigung marschierte und zum 0:1 einschoss – TSV-Keeper Obermayer war gegen den Flachschuss ohne Chance. In der 29. Minute hatte er zudem noch Glück, als sich der Ball aus über 30 Metern aufs Aluminium senkte. Mit zunehmender Spieldauer fingen sich die Gastgeber dann aber und durften zudem erleichtert feststellen, dass die Nördlinger ihr Rekordtempo nicht durchhalten konnten. Keeper Manuel Müller bekam zusehends mehr zu tun: Gegen Fülla und Happerger klärte er mit Glück (37.), gegen Kresin aus kurzer Entfernung mit einem Reflex (41.), dann war er aber chancenlos, als Muriz Salemovic ein Glanzlicht setzte und den Ball aus 18 Metern unhaltbar im kurzen Winkel versenkte (43.). Nuschelmann hätte das Spiel vor der Pause drehen können, wuchtete allerdings seinen Hechtkopfball unbedrängt links oben vorbei. In der zweiten Halbzeit hatte man den Gegner dann vollends im Griff. Nördlingen kam während des restlichen Spiels bis auf eine Unachtsamkeit in der Landsberger Innenverteidigung zu keiner Torgelegenheit mehr, der TSV hätte die Partie frühzeitig deutlich für sich entscheiden können. Nuscheler vergab zwei gute Chancen (50. und 81.), ein Salemovic-Schuss wurde noch abgeblockt (70.), kurz vor Schluss vergab derselbe Spieler nach einem aussichtsreichen Gegenstoß. Wenige Minuten zuvor hatte er allerdings schon gezeigt, wie man einen Konter besser ausführt: Nach einem Freistoß für Nördlingen vor dem Landsberger Strafraum schnappte man sich den Ball, über drei Stationen ging es über das ganze Feld, Salemovic legte sehenswert auf, Fülla schloss trocken in die kurze Ecke ab. Dass der Sieg nicht deutlicher ausfiel, ist Kresin gar nicht einmal unrecht. „Das 2:1 ist schon in Ordnung, ich bin nicht böse, wie es gelaufen ist. Wir haben zwar Chancen liegengelassen, aber wer weiß, was in den Köpfen los wäre, wenn wir 4:1 oder 5:1 gewonnen hätten.“ Mit dem knappen Erfolg dürften die Landsberger somit die beiden nächsten Aufgaben konzentriert angehen: Bereits am heutigen Mittwoch tritt man um 18.30 Uhr in Raisting an, am Samstag (17 Uhr) empfängt man Liga-Favorit Thannhausen im Hacker-Sportpark. „Die haben sehr gute Einzelspieler, da wird schon ein Maßstab an uns angelegt, vorausgesetzt, ihr Trainer kriegt die Mannschaft ins Laufen.“ Nicht chancenlos Allerdings ist auch Kresins Truppe sicher nicht chancenlos, zumal man in dieser Saison auch auf der Bank gut besetzt ist: „Spreizer und Ayoglu waren eine Belebung, Klein kann defensiv aufräumen“, gibt er sich zufrieden. Der 36-Jährige ist sich auch sicher, dass in den anstehenden Partien Roland Krötz wieder in guter Verfassung ist – gegen Nördlingen fand der defensive Mittelfeldmann überhaupt nicht ins Spiel und wurde bereits nach 54 Minuten ausgewechselt. „Das passiert ihm so nicht mehr“, weiß der Spielertrainer, was er an seinem Routinier hat, „so ein Spiel hat man nur einmal.“ Im Moment trübt nicht einmal der kurzfristige Abgang von Stürmer Mario Leszczynski nach Fürstenfeldbruck das Gesamtbild, obwohl Stefan Strohhofer wegen seines Kreuzband­- risses noch bis zum Winter ausfällt. Kresin: „Wenn man beweglich genug ist, braucht man nicht zwingend einen Mittelstürmer, das hat uns die spanische Nationalmannschaft doch schon vorgemacht. Und Nuscheler und Salemovic sind bewegungssicher und schnell, die können immer für Gefahr sorgen.“

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