Bilanzpressekonferenz

Sparkasse Landsberg-Dießen: Ergebnis bleibt stabil

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Der Vorstand der Sparkasse Landsberg-Dießen: Roland Böck (links) und Vorsitzender Thomas Krautwald.

Landkreis – Rückläufiges Wirtschaftswachstum, Brexit, Handelskonflikte, Negativzinsen und zunehmende Regulatorik. 2019 war kein gutes Jahr für Kreditinstitute. Trotzdem zeigten sich die Vorstände der Sparkasse Landsberg-Dießen, Thomas Krautwald und Roland Böck, in der jährlichen Bilanzpressekonferenz am Montag mit dem Betriebsergebnis fürs vergangene Jahr zufrieden: Der für die Erhöhung des Eigenkapitals zur Verfügung stehende Betrag blieb mit über acht Millionen Euro stabil.

Schaut man näher hin, erkennt man, welche Faktoren dafür maßgeblich waren. Faktor 1: Die Sparkasse verzeichnet ein „dynamisches Wachstum“ im Kreditbestand von Privatpersonen. Das Volumen stieg um 6,3 Prozent von 597 auf 635 Millionen Euro. Treiber der Entwicklung ist der Haus- und Wohnungsbau. Auch die Kreditzusagen an Privatkunden stiegen von 123 auf 129 Millionen Euro. Hinzu kommen Darlehenszusagen aus öffentlichen Mitteln, die 2019 von 13,2 auf 25,3 Millionen Euro zunahmen.

Im gewerblichen Bereich sieht die Sache anders aus. Die Zunahme des Kreditvolumens betrug dort nur 0,7 Prozent. Die Darlehenszusagen an Unternehmen gingen sogar von 164 auf 133 Millionen Euro zurück. Hier machen sich die konjunkturelle Entwicklung und der vorhandene Geldbestand bemerkbar. Die Sparkasse Landsberg-Dießen hält ihr hohes Ertragsniveau im Jahr 2019 – es ist nach Angaben der beiden Direktoren das beste in einer Vergleichsgruppe mit elf ähnlich großen Sparkassen in Bayern – daher vor allem aufgrund der Immobilien-Investitionen ihrer Privatkunden.

Gelder parken

Faktor 2 ist das Anlagengeschäft. Trotz historisch niedriger Zinsen stiegen die Kunden­einlagen von 1,5 auf 1,7 Milliarden Euro – das ist eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr um elf Prozent. Festverzinsliche Anlagen sind aber weiterhin nicht gefragt; 84 Prozent der Gelder parken auf Konten mit täglicher Fälligkeit oder sogar Girokonten. Wer sein Geld zur Bank bringt und eine positive Verzinsung erhofft, muss Risiken eingehen.

Wer dabei auf Aktien gesetzt hat, konnte 2019 allerdings mit einiger Wahrscheinlichkeit ein Plus verzeichnen – der DAX stieg in diesem Jahr um 25 Prozent. Die Dividende ist offenbar der neue Zins. Im Jahr 2019 erwarben die Kunden bei der Sparkasse Wertpapiere im Wert von 98,5 Millionen Euro. Der Wertpapierbestand stieg um 13,7 Prozent auf 393 Millionen Euro.

Faktor 3 für den relativen Erfolg der Sparkasse im Jahr 2019 ist das Dienstleistungsgeschäft. Die Bausparsumme nahm noch einmal um 0,8 Prozent zu, nachdem sie von 2017 auf 2018 bereits deutlich gestiegen war. „Der Bausparvertrag ist ein Instrument, die historisch niedrigen Zinsen langfristig zu fixieren“, hieß es in der Pressekonferenz. Positive Ergebnisse gibt es auch bei den Versicherungen, insbesondere die Neuabschlüsse von Lebensversicherungen nahmen um 6,1 Prozent zu. Im Immobilien­bereich ließ sich das Rekordjahr 2018 allerdings nicht reproduzieren: Sowohl die Anzahl der vermittelten Objekte als auch der Objektwert gingen deutlich zurück.

Neues für Vereine

Trotz der Preiserhöhungen für einige Kontomodelle stieg die Anzahl der Girokonten um ein Prozent. Rund zwei Drittel der insgesamt 51.431 Girokonten werden inzwischen online geführt. 11.276 Kunden nutzen die Sparkassen-App. 567.000 Überweisungen wurden 2019 online abgewickelt. Die sogenannte „Internet-Filiale“ der Sparkasse verzeichnete 2,4 Millionen Zugriffe. Trotzdem suchen die Kunden auch immer wieder telefonischen Kontakt zur Sparkasse – die Zahl der Kundenanrufe stieg um 4.800 auf 92.300. Unter den Girokonten sind auch 700 Vereinskonten. Die Vereine zahlen einen reduzierten Grundbetrag und erhalten nun noch eine weitere Vergünstigung: Die Einzahlung von Münzgeld wird künftig deutlich geringer tarifiert als bisher.

Weniger Filialen?

Die Zahl der Mitarbeiter (344, darunter 22 Auszubildende) blieb nahezu konstant. 106 Mitarbeiter arbeiten auch von zuhause und unterwegs. Das Spendenvolumen der Sparkasse ging leicht auf 505.000 Euro zurück; hinzu kommt aber Sponsoring für Vereine in Höhe von 37.000 Euro sowie die Ein-Euro-Spende an die Gemeinden und die Schulen in Höhe von insgesamt 137.800 Euro.

Keine Auskunft geben wollten die Vorstände zu der Frage, ob alle Geschäftsstellen der Sparkasse Landsberg-Dießen erhalten bleiben; die in Auftrag gegebene Kundenfrequenzanalyse liege noch nicht vor. Allerdings gehört wenig Fantasie dazu, dass die Sparkasse angesichts der langfristigen Erlösrückgänge auch auf der Kostenseite ansetzen muss.
Werner Lauff

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