"Nein" zum Polizeiboot

Überall nur Widerstand

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Kein Polizeibootshaus am historischen Dampfersteg in Holzhausen wollen Bürgerinitiativen und Gemeinde. Jetzt stemmen sich auch SPD-Landtagsabgeordnete gegen den umstrittenen Standort.

Holzhausen – Eigentlich ist es beschlossen und verkündet: Laut Innenministerium und Polizeipräsidium wird das Bootshaus für die Wasserschutzpolizei Dießen an den Dampfersteg in Holzhausen gebaut. Die jahrelange Gegenwehr der Bürgerinitiative „Dampfersteg Holzhausen“, des Vereins „Unser Dorf“ sowie das einstimmige „Nein“ des Uttinger Gemeinderates haben offenbar noch kein Zurückrudern der Entscheidungsträger bewirkt. Doch jetzt keimt wieder Hoffnung auf in der unendlichen Geschichte des ungeliebten Bootshauses.

Vier Abgeordnete der SPD-Landtagsfraktion haben die Bayerische Staatsregierung aufgefordert, einen alternativen Standort für das Polizeibootshaus zu suchen: Dr. Herbert Kränzlein (Stimmkreis Landsberg und Fürstenfeldbruck-West), Prof. Dr. Peter Paul Gantzer (München-Land Nord), Günther Knoblauch (Altötting) und Andreas Lotte (München-Altstadt Hadern).

In dem Antrag, der in rund vier Wochen auf die Tagesordnung des Innenausschusses kommt, heißt es unter anderem: „Der bereits seit 1900 bestehende Dampfersteg mit knapp 100 Metern Länge ist der am weitesten in den Ammersee hinausragende der Bayerischen Seenschifffahrt. Die Uferlinie der Holzhauser Bucht gehört vom Wasser aus gesehen zu den schützenswertesten Landschaftsensembles dieser Art. Dieses Bild würde durch das vorgesehene Bootshaus mit seiner großen Kubatur empfindlich und nachhaltig gestört. Ebenso würde der Bau einen Eingriff in den Landschaftsschutz darstellen.“

Weiter wird ausgeführt, dass von den Bürgervereinigungen alternative und sinnvolle Standorte für das Bootshaus benannt wurden. Gegen Holzhausen spreche weiter, dass Zufahrt und Erreichbarkeit des Boothauses durch die baulichen Gegebenheiten der Wege so stark eingeschränkt sei, dass eine schnelle Erreichbarkeit von der weit entfernten Polizeidienststelle Dießen nicht gegeben wäre. Man darf also über das Ergebnis im Innenausschuss gespannt sein, an dem übrigens der Landsberger SPD-Abgeordnete Dr. Kränzlein persönlich nochmals alle Argumente gegen Holzhausen auf den Tisch legen will. Die einfachste Lösung für die dauerhafte Unterbringung des Polizeibootes WSP7 wäre der Bau eines neuen Steges mit Bootshaus.

Das scheitert allerdings an einem Beschluss des Landtags, den ausgerechnet das Landsberger CSU-Urgestein Dr. Thomas Goppel in seiner Zeit als Bayerischer Umweltminister (1994 bis 1998) durchgesetzt hat: In den Ammersee dürfen keine neuen Stege gebaut werden – wie übrigens auch keine neuen Bojen gesetzt werden. Damals galt seine Sorge, dem aus­ufernden Segelbetrieb auf dem See eine Grenze zu setzen. Also bleiben heute nur bestehende Stege als Standort für das Polizeibootshaus. Die aber wurden bei diversen Begehungen und Prüfungen durch die zuständigen Stellen alle als ungeeignet eingestuft. Ob Dießen, St. Alban, Stegen oder Wartaweil –überall gab es Widerstand und Argumente dagegen.

Viele Bürger fragen sich, warum das inzwischen betagte Polizeiboot überhaupt ein Bootshaus brauche. Das neun Meter lange und drei Meter breite Schiff wurde im Jahr 2002 für 165.000 Euro angeschafft und liegt seitdem über den Sommer am Dießener Dampfersteg für Einsätze bereit. Eine ideale Entfernung für die Beamten der Polizeistation Dießen im Gegensatz zu den zehn Kilometern nach Holzhausen. Im Winter gibt es ohnehin keine Einsätze zu Wasser, da das Boot in der Stegener Werft lagert.

Dieter Roettig

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