Sperrstunde für den Lechstrand

Bleibt unter der Woche bis auf weiteres geschlossen: Das Tor zum Uferbereich des Lechs im Inselbad. Foto: Peters

Auf ihrer Internetseite wirbt die Stadt Landsberg für das Sonnenbaden am Lechstrand, die Stadtwerke bezeichnen das Inselbad aufgrund seiner direkten Lage am Lech gar als einen „der schönsten Plätze Landsbergs“. Dumm nur, dass Badegäste seit dieser Saison unter der Woche allenfalls einen entfernten Blick auf das Lechwehr und den davor befindlichen Strand werfen können. Denn das Tor, dass seit jeher den Sonnenanbetern den Weg an den Lech eröffnete, steht ab sofort nur mehr am Wochenende offen.

Seit Tagen steht das Telefon bei Norbert Köhler nicht mehr still, erreichen den Vorstandsvorsitzenden der Stadtwerke Briefe von verärgerten Inselbadbesuchern. In der vergangenen Woche habe sich sogar eine Stadträtin bei ihm gemeldet, sagt Köhler, und sich eine Dreiviertelstunde lang über das Vorgehen der Stadtwerke beschwert. Gefruchtet hat allerdings auch das nichts, der Zugang zum Lechstrand bleibt unter der Woche weiterhin gesperrt. Köhler kann die Aufregung gut verstehen. Jahrzehntelang gehörte der schmale Felsenstrand unterhalb des Lechwehrs zu den Geheimtipps unter den Erholungssuchenden. Im Sommer blieb daher oft kaum ein Fleckchen der pittoresken Uferstelle frei. Warum es damit nun zumindest unter der Woche vorbei ist, hat vor allem einen juristischen Grund. So müssen laut Köhler die Stadtwerke für Unfälle von Kindern unter zwölf Jahren haften, die in diesem Bereich geschehen, ein Risiko, das der Vorstand verständlicherweise nicht eingehen mag. Die Entscheidung, den Lechstrand zu sperren, sei ihm nicht leicht gefallen, beteuert Köhler, schließlich sei dieser eine „Attraktion“ des Inselbades. Vier Gutachten hat er daher angefordert, doch sowohl die Justiziarin der Stadt Landsberg, Petra Mayr-Endhart, als auch Institutionen wie die Deutsche Gesellschaft für Badewesen oder der Gemeindeunfallversicherungsverband hätten darin eindringlich zur Sperrung geraten. Als Vorstand des betreibenden Unternehmens stünde er, sagt Köhler, „sonst mit einem Bein im Gefängnis“. Die Haftungsfrage ist nicht neu. Schon als seinerzeit die neue Fischtreppe gebaut worden sei, habe er besorgt angemahnt, dass die bis zu 1,40 Meter tiefen Gumpen eine Gefahr für kleine Kinder darstellten. Damals aber habe die Sicherungspflicht noch bei der Stadt gelegen und Oberbürgermeister Ingo Lehmann sich in einer Erklärung für einen offenen Zugang zum Strand ausgesprochen, erklärt Köhler. Natürlich habe man nun überlegt, wie man Kindern unter zwölf Jahren den alleinigen Zugang zum Uferbereich verwehren könnte. Doch selbst ein Drehkreuz hätte die gesetzlichen Anforderungen nicht erfüllt. „Es schließt eben nicht aus, dass jemand ein Kind, das erklärt, zu seiner Mutter zu wollen, mit hindurch nimmt.“ So hat man sich bei den Stadtwerken zu einem Kompromiss entschlossen. Am Wochenende übernimmt ein eigener Ordner die Ein- und Auslasskontrolle. Rund 10000 Euro habe man dafür im Jahr an zusätzlichen Personalkosten eingeplant, rechnet Köhler vor. In der vergangenen Woche warb Stadtwerke-Vorstand Norbert Köhler persönlich im Inselbad um Verständnis bei den Badegästen – zum größten Teil mit Erfolg: „Die meisten würden in meiner Position genauso handeln.“

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Die Sparkasse Landsberg-Dießen reduziert
Die Sparkasse Landsberg-Dießen reduziert
Lisa will Bierkönigin sein
Lisa will Bierkönigin sein
Toll: Das erste Azubi+ ist da!
Toll: Das erste Azubi+ ist da!

Kommentare