Bei Sperrung droht Klage

Dass die Brummis ab der Einführung der Lkw-Maut die Gemeinde- und Kreisstraßen als Schleichwege benutzen fürchten viele Kommunen im Landkreis. Foto: Kruse

Der Bund freut sich über das zusätzliche Geld, die Gemeinden befürchten den Schwerverkehrs-Infarkt. Bereits am 1. August soll auch die B17 neu mautpflichtig werden, mehrere Kommunen im Landkreis erwarten erheblichen Ausweichverkehr in ihren Ortschaften. Zusammen mit der Stadt Landsberg, dem Landratsamt und den Behörden sinnt man auf Abhilfe. Dass man die Ortsdurchfahrten für den Lkw-Verkehr sperrt, dürfte allerdings schwierig werden.

„Da liegen die Hürden nach Ansicht unserer Experten sehr hoch“, bestätigt Wolfgang Müller, Pressesprecher im Landsberger Landratsamt. „Generell hat die Regierung das Sagen“, so Müller, „und die dürfte schwer von solchen Verboten zu überzeugen sein, sie will keinen Flickenteppich.“ Um dennoch bestmöglich gewappnet zu sein, hat man sich zu einer Interessensgemeinschaft zusammengeschlossen: Bereits Ende März traf sich Landrat Walter Eichner mit Bürgermeistern aus Landsberg, Kaufering, Hurlach, Obermeitingen und Igling sowie Vertretern von Polizei, Straßen-bauamt, Tiefbauamt Landsberg und Unterer Straßenverkehrsbehörde. Dabei wurde klar, dass nicht nur Kaufering und Landsberg auf der B17 alt zusätzlichen Lkw-Verkehr befürchten, sondern die anderen Gemeinden davon ausgehen, dass auch die Strecke Obermeitingen-Hurlach-Igling als Schleichweg benutzt werden wird. Dass es nicht einfach wird, dagegen etwas zu unternehmen, machte auch Ernst Müller, Abteilungsleister Öffentliche Ordnung und Sicherheit, vor dem Landsberger Bauausschuss klar. Um bei der Regierung von Oberbayern überhaupt Chancen auf ein Durchfahrtsverbot zu haben, müsse man unter anderem belegen, dass die Zahl der Brummies auf den Ausweichstrecken deutlich höher als vor der Mauteinführung ist. Dazu muss vor 1. August gezählt werden. „Dabei müsste man theoretisch alle Frachtpapiere kontrollieren, denn den Nahverkehr im Umkreis von 75 Kilometern dürfen wir überhaupt nicht ausschließen.“ „Die Kosten für eine Zählung wären überplanmäßig, das ist im Haushalt nicht drin“, stellte Ernst Müller klar. „Aber wir müssen etwas tun. Wenn wir einfach sperren, klagt garantiert irgendein Spediteur dagegen.“ Zählen wird nun aber nicht nur die Stadt Landsberg, wie Wolfgang Müller vom Landratsamt weiß. „Sowohl die Gemeinden werden ab Mai oder Juni Dauerzählstellen anbringen, als auch unser Bauhof.“ Das Straßenbauamt Weilheim wird ebenfalls mitzählen. Dort fürchtet man, dass die Staatsstraße vom Lechfeld über Kaltenberg und Geltendorf von den Lastern als Abkürzung zur A96 Richtung München angesteuert wird. Parallel zu diesen Vorbereitungen ging am Dienstag ein Brief von Landrat Walter Eichner an Dr. Peter Ramsauer, seines Zeichens Bundesverkehrsminister. Eichner weist darauf hin, dass auch mit einer „spürbar erhöhten Lärmbelästigung für die Anwohner“ zu rechnen sei und bittet seinen CSU-Parteifreund, die Entscheidung für die Maut auf der B17 „noch einmal zu überdenken.“

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