Menschliche Begleitung bis in den Tod

Auch im Landkreis gibt es jetzt SAPV

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Ein Teil des Landsberger SAVP-Teams – Ärztin Margit Sturm (2. von links) und die zwei Pflegekräfte Michaela Erhart und Nadine Eilert (4. und 5. von links) – mit dem Vorsitzenden des Hospiz- und Palliativvereins Erich Püttner und Vorstandsmitglied Roswitha Schmidbauer.

Landkreis – „Schon seit zwölf Jahren sind wir dran am ambulanten Palliativ-Dienst“, sagt Erich Püttner. Der Vorsitzende des Hospiz- und Palliativvereins Landsberg kann sich freuen: Seit April gibt es sie auch in Landsberg, die spezialisierte ambulante Palliativversorgung, kurz SAPV. Ein Team aus zwei Ärzten und drei in Palliativ-Care ausgebildeten Pflegekräften, mit Büro in der Lechwiesenstraße 28, füllt in Zukunft das laut Püttner „bis dato bestehende Vakuum“.

„Wir haben damals als eine der ersten In Bayern an eine ambulante Palliativversorgung gedacht“, erzählt Püttner weiter. Aber bis vor zehn Jahren seien Ärzte dem Thema noch eher ablehnend gegenübergestanden. Inzwischen gehöre Palliativmedizin aber zum Studium. Zuerst habe er mit der SAPV in Kaufbeuren geliebäugelt, aber „die Beziehung wurde aufgelöst“. Deshalb sei man auf die SAPV in Fürstenfeldbruck umgeschwenkt, die jetzt der Träger der Landsberger Einrichtung ist. Denn für Landkreise unter 150.000 Einwohnern zahlen die Kassen die ambulante Hilfe nicht, erläutert Dr. Karlheinz von Jahn, Palliativmediziner und Teamleiter der SAPV-Truppe in Fürstenfeldbruck: „Landsberg ist sozusagen eine Art Satellitenteam“ – also die Büros in Landsberg, die Koordination von Fürstenfeldbruck aus. Bisher habe das 24-köpfige Fürstenfeldbrucker Team einiges im Landkreis Landsberg abgedeckt, „aber alles konnten wir natürlich nicht leisten“, sagt von Jahn.

In Landsberg habe dann der Hospiz- und Palliativverein gemeinsam mit Fürstenfeldbruck „in kürzester Zeit die SAPV Landsberg aus dem Bioden gestampft“, erzählt Püttner weiter. „Wir haben eine Tür eingetreten, und die wurde durch eine Luftzug gleich ganz weit aufgemacht.“ Denn schon am ersten Tag habe die SAPV Landsberg acht Patienten gehabt.

Im Landsberger Team arbeiten zwei Ärzte für Innere Medizin, Margit Sturm und Josef Binswanger, sowie drei Palliativ-

pflegekräfte: Dorothea Büchele, die Weilerin Nadine Eilert und Michaela Erhart aus Inning. Ein Arzt und eine Pflegekraft ist 24 Stunden pro Tag telefonisch erreichbar. „Ich komme aus der SAPV Augsburg“, erzählt Erhart. „Herr Püttner hatte mich dann gefragt, ob ich in Landsberg mitmachen will.“ Zugesagt habe sie schon, bevor überhaupt feststand, dass es ein SAPV-Team in Landsberg geben wird.

„Die Gründung der SAPV in Landsberg war kein Akt der Politik“, betont Püttner. Vielmehr sei es eine Initiative von Ehrenamtlichen gewesen, „wie das Palliative im Prinzip ja auch“. Nun hoffe er, dass die Politik das Angebot wohlwollend zur Kenntnis nehme und „alles dafür tut, dass es auch funktioniert“. Zweite Bürgermeisterin Doris Baumgartl und Landrat Thomas Eichinger bestätigten, dass sich sowohl die Stadt als auch der Landkreis Landsberg über die Möglichkeit der speziellen ambulanten Palliativversorgung sehr glücklich schätzten.

Ziel der SAPV ist, „die Lebensqualität schwerstkranker und sterbender Menschen zu verbessern“, steht in der Broschüre der SAPV Landsberg. Die Palliativversorgung komme aus der Hospizversorgung, sagt von Jahn. Palliativ-Care sei aber mehr als Medizin: Es gehe um psychologische, auch spirituelle Hilfe. Wenn zum Beispiel mit dem Betroffenen über den Tod gesprochen werde. Und auch, wenn der Betroffene erst über den baldigen Tod aufgeklärt werden müsse. „Gut 60 Prozent unserer Arbeit macht die menschliche Begleitung aus.“ Dabei gehe man auf Bedürfnisse des Einzelnen ein. So könnten die Besuche am Anfang gut auch mal mehr als zwei Stunden andauern, und auch danach seien es immer mindestens eine Stunde, „das sind die Leute gar nicht gewohnt.“ Mit eingebunden in die Arbeit seien immer auch Fach- und Hausärzte. „Wir sind ein Zusatz zu deren Arbeit.“

Mehr Infos zum SAPV-Angebot gibt es unter www.apt-ffb.de. Kontakt unter Telefon 08191/9859864 oder per E-Mail sapv.team@apt-ffb.de.

Susanne Greiner

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