Spiegel der Stadtgeschichte

Einst zierte die Büste König Max II den Rathausgiebel, nun empfängt er die Besucher. Die Initiatoren der Ausstellung Sigrid Knollmüller und Dr. Werner Fees-Buchecker wünschen sich einen dauerhaften, würdigen Platz für den Herrscher. Foto: Eckstein

Der Empfang ist im wahrsten Sinne des Wortes königlich: Nach Jahrzehnten im Museumsdepot wacht die eineinhalb Meter hohe Büste von König Maximilian II von Bayern über den Eingang zum Rathausanbau und stimmt auf die Ausstellung „Das Rathaus im Wandel der Zeit“ ein.

Einst zierte die Büste aus Zinnguss den Rathaus-Giebel, dann wanderte sie ins Depot. Ans Licht gebracht wurde sie wie viele andere Exponate vom Team des Neuen Stadtmuseums. Initiiert wurde diese Ausstellung vom Historischen Verein im Rahmen der 850-Jahr-Feier der Stadt Landsberg mit dem Ziel, die Baugeschichte, Nutzung und Ausstattung des Alten Rathauses sichtbar zu machen. Nach dem Konzept von Stadtheimatpfleger Dr. Werner Fees-Buchecker befinden sich nun auch wieder Ausstattungsstücke und Gemälde an ihrem zwar nicht gerade angestammten Platz, aber doch in dessen unmittelbarer Nähe. So beispielsweise die Darstellung der „Vier Erdteile“ von Johann Jakob Pottmayer aus dem Jahr 1706, die nach neuen Erkenntnissen explizit für das Rathaus gemalt wurden – nicht für das Jesuitenkolleg wie ursprünglich angenommen. Von der Wand grüßen Herrscherportraits wie das von Kaiser Karl VII, auch das Original-Fresko des Kurfürsten Max Emanuel ist während der Ausstellung im Herkomersaal zu sehen, wo er sich normalerweise hinter dem Prinzregenten verstecken muss. Das Alte Rathaus wurde 1698 erbaut, der Vorgängerbau, der die Mitte des Hauptplatzes einnahm, wurde ein Jahr zuvor wegen angeblicher Baufälligkeit abgerissen – dominierte doch der Bauwille und der Ehrgeiz, eine moderne Sichtachse im Stadtzentrum zu schaffen, wie die Vorsitzende des Historischen Vereins Sigrid Knollmüller erklärte. Auf die Nutzung des Erdgeschosses als Polizeiwache verweisen noch die Arrestzellen mit den historischen „Graffitis“, die an den Wochenenden zu besichtigen sind. Die Ausstellung des Historischen Vereins „Das Rathaus im Wandel der Zeit“ ist noch bis zur Langen Kunstnacht am 29. September zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen (Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 17 Uhr, Arrestzelle nur Samstag, Sonntag 14 bis 17 Uhr).

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