Es wird Frühling!

Landsberger Kunstautomat aus der Winterpause erwacht

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Vier der sechs Künstler waren zur Vernissage der 14. Spielzeit des Kunstautomaten von Betreiber Gregor Netzer (2. von links) anwesend: Raphael Grotthus, Thorsten Fuhrmann, Sabine Puchner (von links) und Nesthäkchen Anna Münkel in der Luft.

Landsberg – Sechs Schächte mit unterschiedlichstem Inhalt: Gedichte, Musik und Werke, die Formatgrenzen sprengen. „Bei Kunst kommt es eigentlich nicht auf die Größe an“, sagt Automatenbetreiber Gregor Netzer. „Aber im Kunstautomaten schon.“ Denn ein Schacht birgt Arbeiten im DIN A 1-Format – zumindest fast.

Er habe extra eine Apparatur konstruiert, um seine Arbeiten in Schachtelgröße zusammenzupressen, erzählt Raphael Grotthus über seine Holzschnitte mit Kantenlängen von 50 auf 70 Zentimeter. Schon das Aufmachen und Entfalten sei ein Erlebnis –das man erst zuhause genießen darf: „Man kriegt‘s nur einmal in die Schachtel.“

Mit dabei diesmal auch Gedichte. Und zwar vom Nachwuchstalent Anna Münkel: das Mädchen mit Hut, das sich souverän vor den Automaten stellt und ihre Werke vorträgt: „Kunst bilden. Kunst wird gebildet. Gebildete Kunst. Eingebildete Kunst!“

Sabine Puchner „hat gelernt langsam zu gehen“: um ihre Eindrücke der Straße fotografisch einzufangen und als Miniatur im Unikatdruck in die Kunstautomatschachteln zu packen. Mit minimalistisch schwedischen Design ihrer „kleinen Schönheiten“ lockt Lene Juhler. Arbeiten, die „vor einer weißen Wand beginnen zu leuchten“, beschreibt Netzer.

Thorsten Fuhrmann aus Weilheim ist schon verheiratet. Weshalb er anderen „etwas Altes, etwas Neues, etwas Blaues“ als Kunst anbietet: neue Acrylbilder , blaue Fotografien. Und als altes gesammelte Dinge. Zum Beispiel die Kritzelzettel, die Menschen beim Ausprobieren von Stiften im Schreibwarenladen kreieren.

Herr Penschuck ist eigentlich in Melbourne geboren, lebt jetzt in Oldenburg. Und was er in die Schachteln gepackt hat, sei „keine Medienkunst“, da bestehe er drauf, lässt Netzer wissen. Herr Penschuck zeichnet auf drucksensitive Unterlagen. Und lässt seine Bewegungen dann in Töne umsetzen, abzurufen unter dem Link samt Code, der in der Schachtel dem Bild beiliegt. Exotisch? Kein Wunder: Herr Penschuck ist auch Gründer des ersten Eierschneider-Orchesters.

Bei der Vernissage am Freitagabend fröstelten die Gäste noch. Und auch der Automat hatte Winterpause. Aber jetzt sind die Schächte wieder voll: Es wird Frühling!

Susanne Greiner

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