Problem Schulsprengel

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Das Schulamt Landsberg hofft auf einsichtige Eltern: Wird ein Wechsel der neuen Erstklässler von der Grundschule am Spitalplatz (Foto) zur Platanenschule notwendig, setzt man auf Freiwilligkeit.

Landsberg – An der einen Schule sind die Klassen zu groß, die andere kann kaum die geplanten Klassen auffüllen: Auch im nächsten Schuljahr werden wahrscheinlich wieder Wechsel von Erstklässlern an andere Schulen, als von der Sprengelordnung vorgesehen, nötig. Insbesondere könnte es wieder die Grundschule am Spitalplatz treffen. Das Schulamt hofft hier auf Eltern, die ihre Kinder bei Bedarf freiwillig an die Platanenschule schicken.

Bereits im letzten Schuljahr mussten Schüler vom Spitalplatz an die Platanenschule verwiesen werden. Da dies erst kurz vor Schuljahresbeginn bekannt wurde, waren die betroffenen Eltern nicht gerade erfreut. Aber das Schulamt hat gelernt: Bei einem Treffen mit dem gemeinsamen Elternbeirat aus Grund- und Mittelschulen wurde beschlossen, sich bereits im Kindergarten an die zukünftigen Erstklässler zu wenden und die Möglichkeit eines freiwilligen Wechsels in den Sprengel der Platanenschule anzubieten. So könne man rechtzeitig erkennen, ob ausgeglichene Klassen zustande kommen.

Bei Bedarf werde man direkte Gespräche mit „einigen wenigen Eltern“ führen. Laut Erziehungs- und Unterrichtsgesetz BayEuG „kann das Schulamt im Benehmen mit der zuständigen Gemeinde und den betroffenen Elternbeiräten zur Bildung möglichst gleich starker Klassen (…) Abweichungen von den Schulsprengelgrenzen anordnen.“ Sollte wieder ein Ausgleich von Spital- an Platanenschule nötig sein, so habe man „die Bereiche Jahnstraße raufwärts und Waitzinger Wiese angedacht“, sagt Schulamtsdirektor Rudolf Schönauer. Beim Treffen mit dem Elternbeirat versicherte er, „dass es keine Zwangszuweisung von Kindern aus der Schwaighofsiedlung an die Platanenschule geben wird“.

Neues Schulkonzept

Edith Schmid, Schulleiterin der Spitalschule, kommt das entgegen: „Die Eltern der Kinder aus der Schwaighofsiedlung würden sich bei einem erzwungenen Wechsel auf die Hinterbeine stellen.“ Ein Kriterium für die Schwaighofsiedler sei zum Beispiel der Schulweg: Zur Platanenschule müssten die Kinder über die Augsburger Straße, der Weg zur Spitalschule sei sicherer. Auch der Bus biete keine Lösung, da die Erstklässler am St. Ulrich-Platz umsteigen müssten. „Insgesamt sollte man über ein neues Schulkonzept nachdenken“, ist Schmid überzeugt. In vielen Bundesländern gäbe es die Sprengelzuordnung überhaupt nicht.

Schuldirektor Friedrich Zink von der Grundschule in der Katharinenvorstadt hat ebenfalls ein Platzproblem. Alle vier Jahre müssen Kinder an die Spital- oder Platanenschule verwiesen werden: „Ein Klassenzimmer benötigen wir für die Mittagsbetreuung, sodass wir nur elf statt der nötigen zwölf Zimmer haben.“ Zink will aber die dreizügen Klassen beibehalten: „Wir haben bereits ganze Straßen an die Platanenschule verloren“, denn verständlicherweise wollten die Eltern die nachfolgenden Geschwister dann auch nicht in der Katharinenvorstadt einschulen.

Anbau nötig?

Diese Vierjahresfrist ist zum Schuljahr 2017/18 wieder vorüber. Sollte es die Anzahl der Erstklässler erfordern, sei „eine Erweiterung der Schule durch einen Anbau in Modulbauweise angedacht“, sagt Pressesprecher der Stadt Andreas Létang. Die Platanenschule hatte im letzten Schuljahr das Problem, dass zu wenige Kinder eingeschult wurden, um die Dreizügigkeit aufrechtzuerhalten – obwohl gerade diese Schule ausreichend Platz bietet.

Das Problem habe sich laut Schuldirektorin Ruth Wie­demann lösen lassen, da zwei Familien aus der Schwaig­hofsiedlung freiwillig bereit waren, ihre Kinder in die Platanenschule zu schicken: „Ein Ausgleich muss ein. Es ist doch unsinnig, Erstklässler an eine Schule zu schicken, wenn dafür dann Neubauten anfallen.“ Rudolf Schönauer plädiert für ein neues Schulkonzept: „Auf Dauer geht das mit dieser Sprengelung nicht gut.“ Insbesondere, wenn die neuen Schüler durch die Bebauung des Pflugfabrikgeländes hinzukämen, sei eine Neuordnung der Sprengel notwendig. Aber das „liegt nicht in meinem Kompetenzbereich, das obliegt dem Stadtrat“.

Susanne Greiner

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