Schwierige Chemie

Sprengung an der Schlossbergschule: LKA räumt "Übermittlungsfehler" ein

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Nicht Kaliumhydroxid, sonder Kaliumhyperoxid wurde in der Schlossbergschule gesprengt.

Landsberg – Was genau wurde denn jetzt am Donnerstag vorletzter Woche in der Schlossbergschule gesprengt? Nachdem laut Pressemitteilung und auch direkter Auskunft der Polizei Landsberg Kaliumhydroxid in der braunen Chemikalienflasche steckte, meldeten sich mehrere Sachkundige zu Wort: So eine kleine Menge dieser Chemikalie rechtfertige bei Weitem keine Sprengung. Kaliumhydroxid sei nicht explosiv. Nach Anruf des KREISBOTEN beim LKA gab es jetzt eine Korrektur: Es war Kaliumhyperoxid. Schuld sei wohl ein „Übermittlungsfehler“ gewesen, so der Pressesprecher des LKA:

„Kaliumhyperoxid, KO2, ist ein gelbes Pulver“, schreibt Diplomchemiker Dr. Siegfried Staude. Und das könne zusammen mit Kaliumperoxid entstehen, wenn Kalium länger nicht luftdicht gelagert wird. „Das klingt auch wahrscheinlich, da früher an Schulen gerne im Chemie­unterricht die Eigenschaften von Kalium demonstriert wurden“, vermutet Staude. „Eine solche Mischung aus vergessenem Kalium wäre sicher ziemlich gefährlich, die Sprengung gerechtfertigt.“

Dass die Stoffe aus Kalium entstanden sind, ist für Staude nachvollziehbarer. Denn wenn Kaliumperoxid oder Kaliumhyperoxid in Schulen gelagert würde, müsse man doch die Frage stellen, wie diese hochgradig gefährlichen Stoffe dorthin gekommen seien.

Auch der Hinweis des LKA, dass der Stoff in Flüssigkeit gelagert worden sei, spreche für Kalium. Denn das weiche Metall sei extrem wasser- und luftempfindlich. „Ist die Flüssigkeit ausgelaufen, dann wird‘s gefährlich“, so Staude. Luft- und Wasserzutritt sorgten für „die unkontrollierte Bildung von Wasserstoff, Kaliumhydroxid, Kaliumoxid und eventuell eben auch Kaliumperoxid.“

Wo genau der vom LKA erwähnte Übermittlungsfehler lag, ist im Nachhinein wohl nicht mehr herauszufinden.
Susanne Greiner

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