Musik in wenigen Gassen

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Zumindest im Vorderanger vor dem „Café Villa Rosa“ wurde man im vergangenen Jahr dem Motto der Einkaufsnacht wirklich treu: „Musik in allen Gassen“.

Landsberg – In der Landsberger Altstadt gibt es am kommenden Freitag wieder eine „Lange Einkaufsnacht“ bis 23 Uhr – davon wusste allerdings bis zuletzt nicht einmal ein großer Teil der Einzelhändler etwas.

Vereinzelt liegt in der Innenstadt ein Flyer auf, der auf die Veranstaltung hinweist. Sie läuft, wie im vergangenen Jahr, unter dem Motto „Musik in allen Gassen“. An vier Stellen spielen Bands, und auch eine Samba-Gruppe kommt zum Einsatz. Die Musikgruppen sind allerdings ausschließlich über Leonhardi- und Hauptplatz, sowie Ludwigstraße und Vorderen Anger verteilt – der Rest der Altstadt ist „ruhiggestellt“. Dieses Bild wiederholt sich bei der Liste der Geschäfte, die sich laut Prospekt beteiligen. 35 (von insgesamt rund 100) Läden finden sich in da, allesamt in der Herkomerstraße, am Hauptplatz, in der Ludwigstraße und im Vorderanger. 

Ein Möbelstudio hat man fälschlicherweise in den Hinteren Anger verortet, diesen Straßenzug aber komplett ausgenommen. Auch die Alte Bergstraße mit ihrer rührigen Einzelhandelsszene fehlt. 

Nichts gehört 

Bis zur Nachfrage des KREISBOTEN hatte Ruth Hecking, die den Modebetrieb am Spitalplatz führt, von dem Termin auch noch nichts gehört. „Wir hatten erst kürzlich eine Besprechung in der Alten Bergstraße, da hat das auch niemand erwähnt.“ Die Schneidermeisterin stellt sich nun die Frage, „ob das versehentlich passiert oder politisch sogar gewollt ist. So bringt das Landsberg aber nicht weiter.“ 

Doch auch in der Kernzone haben nicht alle Gewerbetreibenden den entsprechenden Einladungsbrief erhalten. Stefan Müller, Inhaber des „Optikuss“ in der Salzgasse, war der Termin auf Nachfrage nicht bekannt; und Tanja Andres vom „Tee-Kessel“ im Vorderanger fragt sich, „wie die potenziellen Kunden von der Einkaufsnacht erfahren sollen, wenn es nicht mal die Händler selbst wissen.“ 

Wie Hecking („Ich werde die Kolleginnen aus der Alten Bergstraße informieren.“) will auch Andres ihr Geschäft nun am Freitag öffnen, obwohl sie nicht angeschrieben wurde. Das ist auch im Sinne der Ordnungsamtes, wie dessen Leiter, Ernst Müller, betont. „Die Genehmigung wird von der Regierung ja nicht für 35 Betriebe, sondern für den gesamten Bereich erteilt“, betont er. 

Angesichts der offensichtlich „selektiven“ Einladung durch den Veranstalter denkt Müller über eine Änderung nach. „Das ist so nicht in Ordnung. Ich werde mit unserer Pressestelle reden, ob sie solche Informationen an alle schicken kann, die möglicherweise Interesse haben, ihre Geschäfte zu öffnen.“ Als Veranstalter der „Langen Einkaufsnacht“ fungiert erneut der Landsberger Ortsverband im Bund der Selbstständigen (BDS). Dessen Vorsitzender, Reinhard Häckl, war bis Redaktionsschluss des KREISBOTEN trotz mehrerer Anfragen für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Christoph Kruse

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