Auf der Spur des "weißen Goldes"

Mit Salz, Kräutern oder Blüten können Kinder in der Salzapotheke ihr ganz eigenes Badesalz kreiieren. Foto: Eckstein

Salz: eine Standardzutat zu fast jedem Gericht, für ein paar Cent in jedem Supermarkt zu haben. Mit oder ohne Jod, mit Kräutern oder als Badezusatz. Doch früher war Salz unendlich wertvoller, Städte wie Landsberg verdanken dem „weißen Gold“ Gründung und Aufstieg. In der Ausstellung „Landsberg und das Salz“ im Neuen Stadtmuseum können kleine und große Besucher der Bedeutung des Salzes nachgehen.

Alles begann, als Heinrich der Löwe 1158 eine neue, kürzere Route für den Handel einführte. Zum Schutz dieser neuen Salzstraße, die nun über eine Brücke bei dem Dörfchen „Phetine“ den Lech überquerte, musste eine Burg gebaut werden, die „Castrum Landespurch“, die 1162 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Um diese Burg herum entstand die Siedlung, die sich im Lauf der Jahrhunderte zu „unserem“ Landsberg entwickelte. Zahllose Händler nutzen diese Straße, um das Salz aus den Salinen des heutigen Bad Reichenhall bis in die Schweiz zu transportieren. Und Landsberg verdankte seinen Reichtum unter anderem dem sogenannten „Salzpfennig“, einer Zolleinnahme, die die Stadt ab dem frühen 14. Jahrhundert erheben durfte. Doch nicht nur historische Fakten werden im Neuen Stadtmuseum präsentiert, sondern in einer „Mitmach-Ausstellung“ kindgerecht und spannend aufgearbeitet. So können die jungen Besucher Salz sieben und abwiegen, Zoll- und Salzamt kennenlernen, im Sudhaus Salz trocken stampfen und sogar unter der freundlichen Anleitung der Museumsmitarbeiterinnen ihr ganz eigenes Badesalz herstellen. An Maltischen warten Wappen von Salzstädten darauf, verziert zu werden. Hätte man als mittelalterlicher Salzhändler Erfolg gehabt? Ein Computerspiel verrät es, ein anderes klärt über den Salzgehalt der täglichen Nahrung auf. In der Salzapotheke erfährt man dann alles über die Bedeutung des Salzes als Heilmittel, aber auch seine magischen Eigenschaften als „Gabe der Götter“. Eine liebevoll gestaltete Ausstellung, die vielleicht dazu führt, dass man das vermeintliche „Alltagsgewürz“ nun mit anderen Augen betrachtet. „Landsberg und das Salz“ im Neuen Stadtmuseum, Von-Helfenstein-Gasse 426, geöffnet Dienstag bis Freitag 14 bis 17 Uhr, Wochenende und Feiertage 10 bis 17 Uhr (Sudhaus nur am Wochenende und an Feiertagen 14 bis 17 Uhr). Weitere Informationen unter www.museum-landsberg.de.

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