Ziel: Neuer Brunnen

Denklingen/Dienhausen – Eine Nachricht aus zuverlässiger Quelle: Die Gemeinde Denklingen möchte einen neuen Brunnen im Staatsforst errichten. Zum Bohrpunkt gibt es zwei Alternativen, wie Bürgermeister Kießling am Freitag nach einer Befahrung mit einem Geologen informierte. Der Standort wird entweder westlich oder südlich von Dienhausen im Waldgebiet sein.

Der erste Bohrpunkt, der in Frage käme, liegt südlich der Straße nach Osterzell. Der zweite befindet sich nordwestlich des Dienhauser Weihers in einer Waldfläche, die ebenfalls den Bayerischen Staatsforsten gehört. Mit der neuen Fassung soll die bisherige Versorgung aus dem Brunnen südlich von Denklingen mittelfristig eingestellt werden. Der Grund dafür ist die schwierige Thematik des Wasserschutzgebietes (der KREISBOTE berichtete).

Zweites Standbein

Dass der Weg eines neuen Brunnen-Standortes eingeschlagen wird, berichtete Bürgermeister Michael Kießling schon auf der Bürgerversammlung, zu der sich am Mittwochabend 70 Interessierte aus Dienhausen, Denklingen und Epfach in der Mehrzweckhalle einfanden. Die Besucher erfuhren aus dem Mund des Rathauschefs zudem, dass die Gemeinde Denklingen ein zweites Standbein für die Versorgung mit Trinkwasser benötige. Dabei strebt Denklingen den Anschluss an den neuen Brunnen an, den die Stadt Schongau heuer nach 15 Bohrversuchen festgelegt hat.

Der Standort für diese geplante Fassung befindet sich im Staatsforst knapp vier Kilometer südlich von Denklingen. Der Spatenstich dazu war im April. 2017 soll die Versorgung inklusive des Leitungsbaus bis Schongau fertiggestellt sein. Nach dem Hochbehälter in Schwabsoien ist der Brunnen im Staatsforst damit für Schongau das zweite Standbein. Es ist davon auszugehen, dass ebenso wie Denklingen andere Gemeinden an die Leitung vom Staatswald anknüpfen und den zweiten Brunnen mitnutzen. Altenstadt möchte zwecks Versorgungssicherheit für den Ortsteil Schwabniederhofen an der Trasse anzapfen. Auch die Gemeinde Hohenfurch, durch deren Gebiet die Leitung nach Schongau führt, kann auf diesem Weg Trinkwasser über eine zweite Quelle beziehen. Evtl. ist der neue Standort auch für Gemeinden wie Kinsau und Apfeldorf von Interesse.

Nur wenig Betroffene

Bürgermeister Kießling lieferte auf der Bürgerversammlung das entscheidende Argument. Eine Fassung im Staatsforst hätte den Vorteil, dass es nur wenig Betroffene gibt, was Einschränkungen zum Wasserschutzgebiet betrifft. Die bisherige Wasserversorgung für Denklingen liegt nahe am südlichen Ortsrand. Auch das fünf Kilometer entfernte Epfach wird aus dieser Quellfassung versorgt. Dienhausen hat eine eigene Fassung westlich der Ortschaft. Wie Bürgermeister Kießling schilderte, ergaben Bohrungen im bestehenden Wasserschutzgebiet, dass der Boden kiesig und durchlässig sei. Das Grundwasser fließe schneller als zum Brunnen als zunächst angenommen.

Dies sei der Hintergrund dafür, dass im letzten, von der Gemeinde beauftragten geologischen Gutachten eine Vergrößerung der Schutzzonen II (mittlerer Bereich) und III (äußerer Bereich) gefordert werde. Laut dieser Analyse liegt sogar die Ortschaft Dienhausen komplett in der Zone III des Wasserschutzgebietes (der KREISBOTE berichtete). Dies würde erhebliche Auflagen für Grundstückseigentümer mit sich bringen, aber vor allem Einschränkungen für Landwirte beim Bewirtschaften der Felder.

Warum das denn sein müsse, Denklingen habe doch einen zuverlässigen Brunnen und gutes Wasser: Diese Frage stellte Franz Megele auf der Bürgerversammlung. Bürgermeister Kießling antwortete, das gute Wasser ändere nichts an den Kriterien für das Schutzgebiet, das am bestehenden Standort ausgeweitet werden müsse, nachdem die wasserrechtliche Genehmigung schon 2010 ausgelaufen war. Was der Bürgermeister noch hinzufügte: Der Brunnen im Staatswald Richtung Osterzell sei „nicht kostenlos zu haben“. Mit dem Thema der neuen Wasserfassung werden sich die Gemeinderäte in den nächsten Jahren noch öfters zu „befassen“ haben.

Johannes Jais

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