Die Stadt aus anderer Sicht

Huckeliges Altstadtpflaster und schlechte Wegeverbindungen – wenn Menschen mit Behinderung Landsbergs Mitte entdecken wollen, begegnen sie vielen Hindernissen. Eine Stadtführung für mobilitätseingeschränkte Personen ist da eine besondere Herausforderung. Stadtführerin Sieglinde Soyer hat es kürzlich zum zweiten Mal für die Behinderten-Kontaktgruppe möglich gemacht. Auch wenn es nicht immer leicht war, sich fortzubewegen, war die Gruppe hernach begeistert vom schönen Landsberg.

Treffpunkt war diesmal vor der Sparkasse auf dem Hauptplatz, da sich hier ein schöner Überblick über den Platz bietet. Um den gehbehinderten Menschen den Fußmarsch bis zum Zebrastreifen vor dem Ursulinenkloster zu ersparen, wechselte die Gruppe bereits an der Bushaltestelle die Straßenseite und begab sich in Richtung Rathaus. Durch die Fertigstellung des Rathausanbaus (mit Fahrstuhl) kann das historische Gebäude jetzt in jeder Etage besichtigt werden. Einfacher mit Rampe Die Besichtigung des historischen Rathauses war für alle ein Erlebnis. Manchmal aber auch ein Kraftakt: So führt etwa in das ehemalige Trauzimmer keine variable Rampe, wie es der Behindertenbeauftragten Barbara Juchem eigentlich versprochen worden war. Daher mussten wieder Stufen überwunden werden. Mit vereinten Kräften hoben die Helfer der Gruppe die Rollstühle darüber. Nach der Rathausführung schaute sich die Gruppe den Film „Wasser und Salz“. Dadurch wurden die Teilnehmer mit vielen Seiten der Stadt bekannt gemacht wurden, die sie wegen von räumlicher Barrieren nicht besichtigen können. Beim Kaffeeklatsch in einer Gaststätte in der Nähe fiel das Fazit einheitlich aus: „Landsberg ist eine schöne, interessante Stadt!“ Kurz vor 17 Uhr ertönte dann der Ruf in der Runde: „Wer noch die Toilette benutzen muss, sollte sich beeilen!“ Denn dort steht bis 17 Uhr eine Behindertentoilette zur Verfügung. Um weitere Toiletten in der Innenstadt, die Menschen mit Behinderung benutzen können, sei es aber eher schlecht bestellt, wie Barbara Juchem erklärte. Auch bei der hiesigen Gastronomie bestünde hier noch Nachholbedarf.

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