Sprache, Wohnung, Arbeit

Stadt hilft Ausländern mit Bleibeperspektive

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Planen die Integrationsberatung: Stadtrat und Ausländereferent Jost Handtrack (Grüne), Martin Holleschovsky (Herzogsägmühle) und OB Mathias Neuner (von links).

Landsberg – Die Stadt beauftragt die Herzogsägmühle, in den nächsten drei Jahren Ausländer mit Bleibeperspektive bei der Integration zu unterstützen. Das beschloss der Verwaltungs- und Finanzausschuss am vergangenen Mittwoch in nichtöffentlicher Sitzung. Dazu stellt die zur Diakonie gehörende Einrichtung einen „Sozialberater und Integrationsbeauftragten“ ein. Der Schwerpunkt der Tätigkeit, die sich nicht nur auf Flüchtlinge, sondern auch auf EU-Bürger erstrecken soll, liegt dabei auf den Herausforderungen Sprache, Wohnung und Arbeit.

Eigentlich wollte die Stadt die Herzogsägmühle, mit der sie in Sachen Obdachlosigkeit bereits gut zusammenarbeitet, freihändig mit der Integrationsarbeit beauftragen, was wegen des Auftragsvolumens von letztlich 230.000 Euro aber nicht möglich war. Daher zeigten sich Oberbürgermeister Mathias Neuner und der Asyl- und Ausländerbeauftragte des Stadtrats, Jost Handtrack (Grüne), erfreut, dass nur zwei Anbieter bei der europaweiten Ausschreibung Interesse zeigten und sich die Herzogsägmühle gegen den einzigen Mitbewerber durchsetzen konnte.

Deren Beauftragter Martin Holleschovsky sucht nun die Mitarbeiterin oder den Mitarbeiter, der Sprach- und Integrationskurse vermittelt, bei der Wohnungs- und Arbeitssuche mitwirkt, die Beantragung von staatlichen Leistungen erleichtert, bei Behördenangelegenheiten hilft und die Einzelfallberatung und Begleitung in allen Lebenslagen vornimmt. Der oder die Integrationsbeauftragte soll auch einen ehrenamtlichen Helferkreis aufbauen sowie Hilfsangebote koordinieren. Die Stelle wird im „DomiziLL“ in der Katharinenstraße 47 angesiedelt.

Stadtrat Jost Handtrack wies darauf hin, dass jeder fünfte Bewohner im Freistaat eine Zuwanderungsgeschichte habe. Daher komme es besonders darauf an, dass keine „Parallelgesellschaften“ entstehen; nur dann gebe es auch eine „Integrationsbereitschaft der heimischen Bevölkerung“. Handtrack verwies auf das im Jahr 2016 verabschiedete Bayerische Integrationsgesetz.

Dessen Paragraph 1 lautet: „Bayern bekennt sich zu seiner Verantwortung gegenüber allen, die aus anderen Staaten kommen und hier nach Maßgabe der Gesetze Aufnahme gefunden haben oder Schutz vor Krieg und Verfolgung suchen. Es ist Ziel dieses Gesetzes, diesen Menschen für die Zeit ihres Aufenthalts Hilfe und Unterstützung anzubieten, um ihnen das Leben in dem ihnen zunächst fremden und unbekannten Land zu erleichtern“. Im Gegenzug seien die Ausländer zur „Achtung der Leitkultur“ verpflichtet und müssten eigene Integrationsanstrengungen erbringen, heißt es in dem Gesetz.

Werner Lauff

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