Aus Stadt und Landkreis Landsberg nicht wegzudenken

Eine Jubiläumsfeier der Wertschätzung, die sich auch in den Gästen widerspiegelte: Caritas-Ratsvorsitzender Domkapitular Prälat Peter C. Manz, Diözesan-Caritasdirektor Pfarrer Dr. Andreas Magg, Karl Michael Ranftl, Geschäftsführer Alois Handwerker, Karin Lindner, 20 Jahre lang ehrenamtlich für den SpDi tätig, Ärztlicher Direktor Dr. Robert Kuhlmann, Gerhard Gantenhammer, Vorsitzender des Kreis-Caritasverbandes Landsberg, Michaela Ständer, beim Diözesan-Caritasverband zuständig für religiöse Begleitung und Bildung, sowie Bezirksrat und Bürgermeister Josef Loy. Foto: Caritas.

Ein ungeliebtes Kind ist 25 Jahre alt geworden und erfährt – ganz im Gegensatz zu seinen Anfängen – breite gesellschaftliche Anerkennung. Gemeint ist der Sozialpsychiatrische Dienst der Caritas in Landsberg. „Dieser Dienst für psychisch kranke Menschen gehört heute zur Stadt und zum Landkreis wirklich dazu“, sagte Augsburgs Diözesan-Caritasdirektor Pfarrer Dr. Andreas Magg beim Festgottesdienst zum Auftakt der Jubiläumsfeier. „Wir feiern, dass katholische Christen Verantwortung für Mitmenschen übernommen und ihren Dienst so vorbildlich weiter entwickelt haben.“

Entscheidenden Anteil dabei hat Karl-Michael Ranftl, der langjährige Leiter des Gemeindepsychiatrischen Zentrums der Caritas, zu dem der Sozialpsychiatrische Dienst (SpDi), die Gerontopsychiatrische Fachberatung und die Tagesstätte gehören. Ranftls passive Phase seiner Altersteilzeit hat begonnen. So war die Jubiläumsfeier gleichzeitig auch eine große Abschiedsfeier für den vielfach geschätzten Sozialpädagogen. Ranftl habe, so Gerhard Gantenhammer, Vorsitzender des Kreis-Caritasverbandes Landsberg, die Wohngemeinschaften für psychisch kranke Menschen in der Stadt wie auch im Landkreis angestoßen. Zudem sei er die antreibende Kraft dafür gewesen, die drei kleinen Räume in der Brudergasse zu verlassen und in das neue Refugium unmittelbar am Bayertor in der Malteserstraße umzuziehen. Mit den räumlichen Möglichkeiten kam die Erweiterung, wie es Ranftl vorgeschlagen hatte: die Tagesstätte für psychisch kranke Menschen, die gerontopsychiatrische Fachberatung und der Zuverdienst. Dank seines Einsatzes sei das Gemeindepsychiatrische Zentrum mit allen seinen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „zum Segen für unseren Landkreis“ geworden, so Gantenhammer. Dr. Robert Kuhlmann, Ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Klinik am Klinikum Landsberg, lobte Ranfts „enorme Zähigkeit“, mit der er die Themen angepackt habe. Ihm sei es auch zu verdanken, dass es in Landsberg eine psychiatrische Klinik gebe. Mit der gemeindenahen Einrichtung der psychosozialen Dienste sei es schließlich gelungen, die Angst vor der Beratung zu mindern. Alois Handwerker, Geschäftsführer des Kreis-Caritasverbandes, erinnerte daran, dass Ranftl ja lange Jahre Vorsitzender der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft der Landkreise Garmisch-Partenkirchen, Weilheim, Schongau und Landsberg gewesen sei und dabei mit entscheidend Einfluss auf die Gestaltung der psychosozialen Versorgung genommen habe. Gisela Stock, selbst von einer psychischen Erkrankung betroffen, brachte es auf den Punkt, was ihr die Gespräche, die Beratungen, die Begleitung und die Gruppentreffen des SPDi’s bedeuteten. Als bei ihr das manisch-depressive Syndrom festgestellt wurde, hat ihre Familie sie gleichsam verstoßen. „Der SpDi war für mich ein Netz der Betroffenen, das mich auffängt und mich wie eine wirkliche Familie aufmerksam und kompetent wieder aufbaute.“ Sich um in der Gesellschaft an den Rand gedrängte Menschen zu kümmern, sei keine Eigenidee der Caritas. „Das ist unser Gründungsauftrag, den uns Jesus Christus mit auf den Weg gegeben hat“, sagte der Caritas-Ratsvorsitzende Domkapitular Prälat Peter C. Manz. „Es gibt keinen einzigen Menschen auf der Erde, der ohne Wert ist.“ Eine Gesellschaft könne nicht bestehen, „wenn jeder in seiner Ecke sitzenbleibt und keinen Blick für den anderen hat.“ Eresings Bürgermeister und Bezirksrat Josef Loy griff diesen Gedanken auf und dankte der Caritas im Namen des Bezirkes „für die gelebte christliche Nächstenliebe und die Hilfe für die Bürger, die sie brauchen.“ Zuwendung sei wichtiger und richtiger, als Menschen Ziele zu stecken, die sie nicht erreichen könnten, sagte der CSU-Politiker mit Blick auf die Wirtschaft. Den eigenen Blick stets zu überprüfen und zu schärfen, das forderte jeden Akteur in der karitativen Arbeit heraus, so Ranftl in seinem Schlusswort. Das „Kapital unserer sozialen Arbeit“ liege in der Wertschätzung für den Nächsten, ob gesund oder krank. Den Lob, den er erfuhr, nahm er bescheiden entgegen. „Ich habe immer alles als Gemeinschaftswerk betrachtet.“

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