Ersatz noch vor der Generalsanierung

Stadt Landsberg: 100.000 Euro für schnellen Ersatz des Inselbad-Sprungturms

Inselbad Landsberg ohne Turm mit Panther
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Damit so schnell wie möglich wieder ein Sprungturm im Inselbad aufgebaut werden kann, will die Stadt 100.000 Euro zuschießen. Ob der Turm diese Saison schon stehen wird, bleibt aber weiter fraglich.
  • Ulrike Osman
    VonUlrike Osman
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Landsberg – Das Inselbad soll einen neuen Sprungturm bekommen, und zwar nicht erst im Zuge der Generalsanierung. 100.000 Euro stellt die Stadt für einen vorzeitigen Ersatz des abgebauten Fünf-Meter-Turms zur Verfügung – das beschloss der Pandemieausschuss ohne Gegenstimme. 

Der von den Stadtwerken sang- und klanglos umgelegte Sprungturm hat bei den Landsbergern für massive Kritik gesorgt. Neben Unmutsbekundungen in den sozialen Medien läuft eine Online-Petition („Gebt unseren Kindern den Sprungturm zurück“). Auch die örtliche Wasserwacht hat sich zu Wort gemeldet. Sie beklagt, dass sie nun nicht mehr alle Aspekte der Jugendschwimm- und Rettungsschwimmerausbildung im Inselbad durchführen könne, und fordert dringend die Wiederherstellung eines Sprungturms.

„Die Bürger machen die Stadträte für den Abbau mitverantwortlich“, wie OBin Doris Baumgartl (UBV) in der jüngsten Sitzung des Pandemieausschusses sagte. Allerdings waren die Ratsmitglieder von der Maßnahme genauso überrascht worden wie die breite Öffentlichkeit. „Ich hab‘s erfahren, da lag der Turm schon“, stellte Harry Reitmeir (CSU) klar. Dennoch sei er von Bürgern „ge- und beschimpft worden“.

Im Verwaltungsrat, dem neben der Vorsitzenden Baumgartl fünf Stadträte angehören, war offenbar nur von einer Sperrung des Sprungturms aufgrund eines schlecht ausgefallenen TÜV-Gutachtens die Rede gewesen. Zu dem Zeitpunkt ging man offenbar noch von Sanierungsmöglichkeiten aus. „Der Abbruch des Turms war eine Entscheidung des Stadtwerke-Vorstands ohne weitere Information des Verwaltungsrats“, so Baumgartl.

Mit dem Investitionszuschuss von 100.000 Euro soll eine zeitnahe Neu-Errichtung ermöglicht werden. Ob die Badegäste allerdings schon in der bevorstehenden Saison wieder in den Genuss eines Sprungturms kommen werden, ist fraglich. Die Lieferzeit beträgt laut Baumgartl zwei bis drei Monate. Wichtig werde sein, dass zu Beginn der nächsten Saison die Voraussetzungen für einen neuen Turm vorhanden seien.

Bis dahin sollen „Alternativen“ dafür sorgen, dass das Inselbad für Jugendliche attraktiv bleibt. Wie diese Alternativen aussehen könnten, soll bei einer Sondersitzung des Verwaltungsrats am 18. Mai diskutiert werden. Dann will die OBin auch noch einmal den mangelnden Informationsfluss vor dem Abriss des alten Turms thematisieren.

Wolfgang Neumeier (UBV) stimmte dem Investitionszuschuss zwar zu, doch er ärgerte sich darüber, den Stadtwerken in dieser Weise „den roten Teppich auszurollen“. Auch bezweifelte er die Belastbarkeit des besagten TÜV-Gutachtens. Dass die Stadt jetzt in die Bresche springe, akzeptiere er aber wegen der Bedeutung des Sprungturms für die Jugend.

Der ganze Vorgang hat dazu geführt, dass der Stadtrat in wichtige Entscheidungen der Stadtwerke künftig wieder mehr involviert werden will. Eine entsprechende Änderung der Satzung des Kommunalunternehmens soll geprüft werden (Bericht folgt).

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