Neue Friedhofsatzung

Das pflegefreie Grab kommt immer mehr in Mode

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So könnten die Urnenquader auf dem Alten Friedhof aussehen.

Landsberg – Die Stadtverwaltung plant, die Friedhofssatzung ab 1. Januar neu aufzusetzen. Anlass dafür ist eine Neukalkulation der Friedhofsgebühren sowie eine Überprüfung der Satzung auf ihre Vereinbarkeit mit der aktuellen Rechtslage. Außerdem sollen drei Grundsatzfragen geklärt werden; alle hängen mit dem stärker werdenden Wunsch nach dem pflegefreien Grab zusammen. Der Stadtrat gab in der letzten Sitzung dazu prinzipiell grünes Licht. Die endgültige Satzung bedarf aber noch seiner Zustimmung.

Die erste Grundsatzfrage betrifft die mögliche Einführung des „pflegefreien Urnenerdbestattungssystems“. Anregungen dazu gab es unter Anderem aus Erpfting. Bei dieser Methode werden bis zu 1,20 Meter lange Röhren aus Edelstahl senkrecht in den Friedhofsboden eingelassen, die bis zu drei aneinander anstoßende Aschekapseln oder formatmäßig beschränkte Überurnen aufnehmen können. Abgeschlossen wird die Röhre mit einer Verschlussplatte aus Bronzeguss, auf der peripher die Namen der Bestatteten stehen.

„Ein witterungsbeständiges Röhrensystem mit hochwertigen Urnensiegeln in Verknüpfung mit fallbezogener Individualisierung durch austauschbare Namensschilder ergeben eine innovative und wirtschaftlich neue Beisetzungsform“, so Bestattungssystem-Hersteller Weiher. Will heißen: Diese Form der Bestattung spart Platz und Kosten; außerdem ist sie durch einfaches Hinzufügen von Urnen und Namen erweiterbar. Gepflegt werden muss die Bronzeplatte auch nicht.

Auch die zweite Grundsatzfrage entspringt der erhöhten Nachfrage nach dem pflegefreien Grab. „Vielfach wurde der Wunsch geäußert auch im Alten Friedhof die Möglichkeit einer Urnenbestattung in einer Urnenmauer zu ermöglichen“, hieß es in der Sitzungsvorlage. Als geeigneter Standort komme die westliche Einfriedung, die Ziegelmauer zwischen Gottesackerangerweg und Augsburger Straße, in Frage. „Hier könnte für den Anfang in kleinen Umfang (etwa 60 Nischen) ein modulares System aus Granitquadern installiert werden, welches entlang der Ziegelmauer jederzeit erweitert werden könnte“ (siehe Muster-Foto).

Die dritte Frage: Soll man die Friedhöfe für Nicht-Landsberger öffnen? Besonderes Interesse besteht dabei für den Bereich „pflegefreie Grabstätten“, also Grüngräber, Baumbestattungen und Urnennischen. „Immer wieder treten private Personen und auch Bestattungsunternehmer an die Friedhofsverwaltung mit dem Bestattungswunsch von Verstorbenen heran, die nicht Einwohner der Stadt sind“, hieß es dazu in der Sitzungsvorlage. „Diese sachgrundlosen Anträge werden bisher alle abgelehnt.“ Eine größere Zahl von Friedhofsnutzern hätte aber einen „positiven Effekt auf die umzulegenden Kosten der Einrichtung“.

Mit der Neukalkulation der Gebühren beauftragte der Stadtrat die externe Beratungsgesellschaft „Kubus“.

Werner Lauff

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