Würdig und angemessen

Herkomer-Preis: Landsberg ehrt Johannes Skudlik

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Mit Johannes Skudlik (links) erhielt zum ersten Mal ein Musiker den Herkomer-Kunst- und Kulturpreis der Stadt – aus den Händen von OB Mathias Neuner (rechts)

Landsberg – Der Kirchenmusiker, Organist, Chorleiter und Initiator Johannes Skudlik ist am Freitag mit dem Hubert von Herkomer-Kunst- und Kulturpreis der Stadt Landsberg geehrt worden. Erstmals in ihrer Geschichte wurde damit die mit 7000 Euro dotierte Auszeichnung an einen Künstler aus der Sparte Musik verliehen.

Honoriert wurde nicht nur das musikalische Schaffen Skudliks, auch die Fähigkeit zur Kommunikation Menschen, Musiker und Künstler zusammenzubringen waren Aspekte, die die Wahl des Ernennungsgremiums einstimmig ausfallen ließen. „Er ist ein Segen für den Landsberger Raum“, sagte der Komponist Enjott Schneider und Dr. Thomas Goppel, per Videobotschaft zugeschaltet, betonte den Verdienst des Künstlers, sowohl um die Musik als auch um die Stadt Landsberg.

Vor 35 Jahren hatte der ehemalige Stadtpfarrer Gabriel Beißer (†) das Potential des damals noch jungen Studenten erkannt und ihn zunächst nebenberuflich, ab 1983 dann hauptberuflich als Kirchenmusiker in die Pfarrei Mariä Himmelfahrt geholt. Das Vertrauen wurde belohnt. Neben dem alltäglichen und unspektakulären Dienst als Kir­- chenmusiker gebrauchte Skudlik die ihm gegebenen Freiheiten, um Landsberg zu einem kirchenmusikalischen Zentrum auszubauen.

Neben der Gründung verschiedener Ensembles, Uraufführungen und CD-Rundfunkaufnahmen nutzte der Musiker zudem seine Kontakte, um berühmte Persönlichkeiten nach Landsberg zu bringen. Gleichzeitig nahm er weltweite Engagements wahr. Durch seine musikalische Arbeit machte er Landsberg als eine Kulturstadt bekannt, wie die „Landsberger Konzerte“, der „Bayerische Orgelsommer“ oder das seit 2005 durchgeführte „Euro Via-Festival“ beispielhaft zeigen.

„Dank ist die stärkste Form der Bitte weiterzumachen.“ In seiner Ansprache sagte Oberbürgermeister Mathias Neuner, mit dem Herkomer-Preis solle kulturelles Schaffen honoriert und gefördert werden. Die Auszeichnung wurde vor geladenem Publikum in feierlichem Rahmen verliehen, musikalisch untermalt von Andreas Schmalhofer am Cello und Jonathan Skudlik am Klavier.

Landsbergs ehemaliger Stadtpfarrer Thomas Rauch stellte in seiner Laudatio den „Menschen und Künstler Johannes Skudlik“ vor. Musikalisches Talent, Ausdauer und Beharrlichkeit seien die Antriebsfedern seines Schaffen. Der Musiker, Kommunikator und Initiator sei ein Lokalpatriot, der in den USA, in Fernost, ja in der ganzen Welt musikalisch unterwegs sei, „für den aber Landsberg der Heimathafen ist, in den er immer wieder gerne zurückkehrt“.

Skudliks großer Verdienst, und waren sich alle einig, ist es, Menschen durch Musik zusammenzubringen. „Im weiten Feld der Musik erschließen sich mir immer neue Welten“, sagte der Preisträger selbst; ans Aufhören denke er noch lange nicht. Die Auszeichnung mache ihn dankbar, dankbar für die Anerkennung, die er mit seiner Arbeit erfahre, und so gelte der Preis auch all jenen, die ihn unterstützten.

Den Abschluss des feierlichen Festakts im historischen Rathaussaal krönte Johannes Skudlik schließlich höchstselbst, als er zusammen mit seinem Sohn Jonathan am Klavier Dvoraks „Slawischer Tanz in e-Moll“ zu Gehör brachte.

Ruth Fries

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