Ein digitales "Extra"

+
Neues Zeitalter in der Stadtbücherei Landsberg unter der Leitung von Claudia Buchecker (links): Oberbürgermeister Mathias Neuner hat am Montagvormittag das erste eBook ausleihen dürfen.

Landsberg – Die Zeit der Mahn- und Versäumnisgebühren ist vorbei. Denn die Stadtbücherei Landsberg ist dem Onlineverbund Biblioplus-digital beigetreten. Somit hat jeder, der einen gültigen Büchereiausweis besitzt, ab sofort die Möglichkeit, auf einen Datenpool von circa 6000 eMedien zuzugreifen.

Fast 10000 Euro kostet die Anschaffung der neuen eMedien. Die Landesfachstelle für öffentliche Bibliotheken greift der Stadtbücherei unter die Arme, indem sie 40 Prozent der Kosten übernimmt. „Das gilt aber nur für die Ersteinrichtung, ab nächstem Jahr belaufen sich die Kosten auf rund 4000 Euro, die wir dann selbst übernehmen müssen“, so die Leiterin der Bücherei Claudia Buchecker. Auf die Frage, was es denn für Nachteile an der Neuanschaffung gebe, antwortete die Leiterin mit einem Lachen: „Bis jetzt weiß ich noch keine.“

Die Altersgruppe der Nutzer von eMedien ist noch nicht bekannt, wahrscheinlich zwischen fünf und 99 Jahren. „Das lässt sich nicht genau sagen, da wir erst letzte Woche eine E-mail von einer 92-jährigen Frau bekommen haben, die aufgrund dieser eMedien einen Büchereiausweis beantragt hat.“

Doch was sind diese eMedien eigentlich und wie funktioniert das alles? Unter eMedien versteht man eBooks, ePaper – verschiedene Zeitungen oder Zeitschriften – und eAudios. Die eBooks und die eAudios haben eine Leihfrist von 14 Tagen, die ePaper dagegen eine von 24 Stunden. Der Nutzer loggt sich auf www.biblioplus-digital.de mit seinen Büchereidaten ein und downloadet sich ein eMedium auf seinen PC. Darauf hat er dann zwei Wochen beziehungsweise 24 Stunden Zeit, es zu benutzen. Mit Internetzugang auf seinem eBook-Reader ist es dem Nutzer auch möglich, das Medium direkt auf seinen Reader zu laden. Ist die Zeit abgelaufen, ist das Medium gesperrt und unzugänglich.

„Leider sind die meisten eBooks bis jetzt alle nur einmal verfügbar, das heißt ein eBook kann nur von einem Nutzer ausgeliehen werden. Während diesen zwei Wochen ist das Buch dann nicht verfügbar“, bedauert Buchecker. Doch hat der Leser die Möglichkeit sich das Buch vorzubestellen, indem er einen sogenannten Vormerker setzten kann. Auf äußerst große Nachfrage kann die Bücherei bestimmte Lizenzen erwerben, um das Buch öfters zur Verfügung stellen zu können. Doch das sei schon der Ausnahmefall.

Ein weiterer Vorteil ist, dass man die eMedien rund um die Uhr ausleihen kann. Immer mehr Verlage geben ihre eBooks auch für die Onleihe der Bibliotheken frei. Ausleihen kann man maximal zehn Bücher.

Nur ein Extra

Obwohl die Nachfrage sehr groß sei, wollen nicht alle auf die digitale Form des Lesens umsteigen. „Die neuen eMedien sollen ausschließlich ein Extra sein“, betont sie.

Wer noch nicht mit der Neuerung zurecht kommt hat im Herbst die Möglichkeit an einer Informationsveranstaltung der Stadtbücherei teilzunehmen. Doch bis dahin werden schon viele Leute einen Vormerker gesetzt haben.

Alexander Baumgartl

Meistgelesen

Toll: Das erste Azubi+ ist da!
Toll: Das erste Azubi+ ist da!
Söder: "Nazi-Vorwürfe sind eine Sauerei"
Söder: "Nazi-Vorwürfe sind eine Sauerei"
"So nicht, Herr Erdogan!"
"So nicht, Herr Erdogan!"
Herzhaft finstere Lebenslieder
Herzhaft finstere Lebenslieder

Kommentare