Stadtbusse auf Sichtweite

Auf diesen Linien sind die Stadtbusse nach dem neuen Konzept während des Hauptplatzumbaus unterwegs. Die 30 soll fortan Express-Linie sein. Foto: Stadt LL/LRA

Die Idee stammte von Professor Hermann Knof­lacher, der Finanzausschuss des Stadtrats und Ex-OB Ingo Lehmann fanden sie im November erst einmal attraktiv: Während des Hauptplatzumbaus sollte den Bürgern ein Stadtbus im 15-Minuten-Takt angeboten werden. „Sofern fahrbar“, hatte Knoflacher eingeschränkt. Genau das ist offenbar nicht der Fall und damit ist dieser Takt nun definitiv gestrichen. Gleichwohl soll das Stadtbusangebot deutlich attraktiver werden.

Gegen Knoflachers Vorschlag sprach zum Schluss offenbar so ziemlich alles: Die Verkehrssituation während des Hauptplatzumbaus, die Finanzierung und Bedenken des Busunternehmens. „Im Moment ist der jetzige Stadtbus schon nicht mehr vernünftig fahrbar“, konstatierte der ÖPNV-Experte des Landkreises, Dietmar Winkler, im Ausschuss. „Von Stabilität kann bei der Linie 1 keine Rede mehr sein und das pflanzt sich dann in der Linie 2 fort.“ Mit bis zu 20 Minuten Verspätung müsse der Fahrgast im Moment rechnen, führte der Fachmann vor Augen. Darauf werde inzwischen per Zettel an den Haltestellen hingewiesen. Genau das brachte Ludwig Hartmann (Grüne) dazu, noch einmal eine Lanze für den 15-Minuten-Takt zu brechen. „Wir haben faktisch im Moment fast einen 1-Stunden-Takt, mit den zusätzlichen Bussen könnten wir das wenigstens verbessern.“ OB Mathias Neuner (CSU) widersprach: „Es ist während der Bauzeit nicht sinnvoll, noch einen Bus dazwischenzustellen, wenn man im Stau vom hinteren sowieso schon den vorderen sehen kann.“ Als weiteres gravierendes Argument führte Neuner die Kostenschätzungen der Verwaltung an: „Netto wär’s eine Million Euro mehr, das spricht schon erheblich dagegen“, – zumal der Landkreis signalisiert hatte, dieses Defizit nicht wie üblich, zur Hälfte zu tragen. Fahrermangel Busunternehmer Christoph Eisele sah das Unterfangen schon aus praktischen Gründen als nicht machbar an: „Ich bekomme niemals zehn Fahrer her.“ Für vier zusätzliche Busse habe er auch keine Abstellmöglichkeit auf seinem Gelände. Dass er im November keine grundsätzlichen Probleme gesehen hatte, räumte er auf Nachfrage von Hartmann ein: „Ich hab's damals eben auf mich genommen und gesagt, ich ziehe es durch, aber ich hab's jetzt nochmal durchgerechnet.“ Neben Hartmann ließ sich auch Margarita Däubler (SPD) nicht so leicht von der Idee abbringen: „Wir haben das mit den Bürgern erarbeitet und müssen ihnen etwas anbieten. Wir wollen den Autoverkehr reduzieren; dass das nicht zum Nulltarif geht, ist klar. Knoflacher hat das in anderen Städten auch erfolgreich umgesetzt.“ Die Ratsmehrheit wollte ihr allerdings nicht folgen: Mit 10:5 lehnte der Finanzausschuss den Vorschlag ab.

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