Für frischen Wind

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Bettina Barnet (rechts) und Margit Däubler informierten die Bürger in der Fußgängerzone über ihre „Stadtidee“.

Landsberg – Bettina Barnet weiß, dass sie sich ein großes Vorbild für ihre „Stadtidee“ ausgesucht hat: „Ich verfolge seit fünf Jahren die Initiative „nexthamburg“ und jetzt habe ich mir gedacht, warum sollte sich das nicht auch in einer kleineren Stadt umsetzen lassen“, so die frühere Pressesprecherin der Stadt Landsberg. Gestartet ist die „Stadtidee“ jetzt mit einem Infostand – Ziel ist es, neue Formen der Bürgerbeteiligung zu etablieren.

Man wolle Leute zusammenbringen, die sonst vielleicht nie zusammenkämen, gibt Bettina Barnet die Richtung für die neue Initiative vor. „Dabei ist es erst einmal gar nicht so wichtig, um was es bei der Idee geht, das dürfen ruhig auch verrückte Dinge sein. Danach zeigt sich dann, ob sich genügend Unterstützer dafür finden.“ 

Auch, wenn die interessierten Bürger am Stand in der Fußgängerzone bei der ersten Präsentation eher die bekannten Wünsche an die Pinwand hefteten („Fußgängerüberweg über den Hauptplatz“), erhofft sich die Initiatorin auch frischen Wind durch die „Stadtidee“. „Das kann ein Gemeinschaftsgarten oder anderes sein, es wird hoffentlich sehr spannend, was bei uns alles zusammengetragen wird.“ 

Als Konkurrenz zur offiziellen Stadtplanung, die im Stadtrat und der Verwaltung zusammenläuft, sieht sie den Vorstoß nicht. „Das läuft eher ergänzend zum ISEK. Wir machen eine nicht formale Art der Stadtplanung mit Leuten, die gemeinsame Interessen haben und versuchen wollen, eine neue Idee umzusetzen.“ 

Barnet selbst verfolgt mit der Initiative keinerlei kommerzielle Interessen, wie sie versichert, auch wenn vieles aus praktischen Gründen über ihre eigene Beratungsfirma läuft. „So ein Projekt würde auch nie Profit abwerfen“, sagt sie. Die Motivation zur Gründung sei vielmehr gewesen, „dass ich mir als gebürtige Landsbergerin gesagt habe, dass es auch bei uns viel Potenzial zusammenzubringen gibt.“ 

Auch die von einigen Seiten bereits bemerkte „Unterstützung“ durch den SPD-Ortsverein Landsberg erklärt sie. „Wir haben ja gerade erst gegründet, da bin ich für Infostand, Pinwände und personelle Hilfe natürlich sehr dankbar. Und das ergibt sich dann natürlich aus dem eigenen Freundes- und Bekanntenkreis“, so Bettina Barnet, die selbst Beisitzerin im Ortsverein war. So half zwar auch Margit Däubler am Infostand mit – allerdings nicht im gewohnten SPD-Rot, sondern im brandneuen blauen „Stadtidee“-T-Shirt. „Ich hoffe, dass das eine gute Möglichkeit ist, die Bürger anzuregen, neue Diskussionen in der Stadt anzufangen“, so die Stadträtin. Bettina Barnet betont dann auch, dass es sich um „eine bunte Truppe“ handele, die „überparteilich und rein privat“ agiere. 

Beteiligung der Bürger 

Für die nähere Zukunft steht bereits die erste öffentliche Veranstaltung auf dem Plan. Am Donnerstag, 25. September, lädt die „Stadtidee“ für 19 Uhr ins Café Käthe (Ecke Vorderer Anger/Vordere Mühlgasse) ein. Dort gibt es nicht nur einen Vortrag des Münchner Anwalts Leopold Thum (Spezialist für Bau- und Verwaltungsrecht) über Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger an öffentlichen Verfahren zu hören. Die Initiative will sich der Öffentlichkeit dann auch vorstellen und erklären, wie die Bürger in Landsberg mitmachen können. 

Ein erster Schritt dazu ist bereits getan: Unter www.stadtidee-landsberg.de kann jeder, der sich mit einer Mail-Adresse registrieren lässt, schon jetzt Ideen einbringen und verfolgen, ob sich genügend Unterstützer finden. Von der Lust der Landsberger, an ihrer „Stadtidee“ mitzuwirken, wird auch abhängen, in welcher Form die Initiative weiter arbeitet. „Wenn sich genügend Mitmacher finden, ist denkbar, dass wir das auf die Füße eines Vereins stellen“, sagt Bettina Barnet. 

Wohin das nach einigen Jahren führen kann, lässt sich wiederum beim Vorbild nach- schauen: bei „nexthamburg“ wurden aus der „bürgervision“ jetzt die „stadtmacher“ ausgegründet. Bei denen sind ab Herbst 2014 Taten statt Worte gefragt – man geht an die praktische Umsetzung der Bürgerideen.

Christoph Kruse 

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