Jeder mit eigenem Marmeladenglas

Die Stadtjugendkapelle Landsberg hofft auf Serenade im Herbst

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Weit verteilte Musiker und ständiger Durchzug bei der Probe der Stadtjugendkapelle in der Stadtbibliothek. Aber Schlagzeuger und Dirigent müssen die Maske auflassen.

Landsberg – Aus dem Dachgeschoss der Stadtbibliothek dringt wieder Musik. Genauer: Blasmusik. Seit Ende Juni darf auch die Stadtjugendkapelle wieder proben. Natürlich mit Abstand und Dauerdurchzug: „Wir machen alles auf, was geht“, sagt Kapellengeschäftsführer Michael Daum. Und jeder mit seinem eigenen Marmeladenglas – als Kondenswassersammelstelle.

„Momentan halten wir hier noch den Zwei-Meter-Abstand ein“, sagt Daum. „Der ist genau ausgemessen.“ Streng nach dem Hygienekonzept des Musikbunds für Ober- und Niederbayern. Die Flöten sitzen außen – damit die Aerosole nicht in den Raum hineingepustet werden. So passen 40 Musiker in den langen und hohen Raum. Normalerweise sind es bis zu 70. Alle Anwesenden tragen sich auf einer Liste ein. „Das läuft nicht nach Registern, wir regeln das dann jeweils unter uns“, sagt Daum. Nicht, dass am Ende nur Saxophone da sind. Mund-Nasen-Schutz ist obligatorisch bis zum Stuhl. Dann darf er abgenommen werden. Allerdings nur – logischerweise – bei den Bläsern: Dirigent und Schlagzeuger müssen die Maske anlassen. Und das, obwohl gerade sie die beiden Kapellenmitglieder mit der größten körperlichen Aktion sind. Weshalb sich Dirigent Hans-Günter Schwanzer zum Dirigieren auch gerne auf einen Tisch setzt.

Die Stühle dürfen stehenbleiben. „Nicht verrücken, sind abgemessen!“, warnt auch ein Zettel. Aber ist es auf Abstand nicht schwer, die anderen zu hören? Schwerer nicht unbedingt. „Man hört schon anders“, sagt zweite Geschäftsführerin Alexandra Loheit. „Vom Klang her dachten wir, das wird schwierig. Aber es funktioniert erstaunlich gut.“

Knapp vier Monate konnte die Stadtjugendkapelle nicht proben. „Schon lang“, sagt Daum. Vor allem, weil privat nicht alle weitergespielt hätten. Umso mehr seien jetzt wieder regelmäßig mit dabei – auch die, die ‚vorher‘ seltener kamen. „Wir sind aber jetzt alle so motiviert, das macht Sauspaß!“ Auch für Schwanzer war die probenfreie Zeit schlimm. „Der Spaßfaktor hierbei ist einfach sehr groß.“ Weshalb er die letzte Probe vor den Ferien mit den Worten einleitet: „Ich freue mich auf das nächste Jahr.“

Gespielt werden momentan Lieblingsstücke – des Dirigenten und der Musiker. „Heute wäre eigentlich der Termin für die Sommerserenade mit der Stadtkapelle gewesen“, sagt Daum am letzten Probentag vor den Ferien. Einen Termin für einen Auftritt gibt es aber noch nicht – außer dem Jahreskonzert am 30. Januar. Das für heuer fiel leider aus. Aber auch in den Ferien wird die Kapelle weiter proben – ausnahmsweise, um in Schwung zu kommen. Um dann im Herbst hoffentlich wieder die Landsberger mit Serenaden und Konzerten verwöhnen zu können.
Susanne Greiner

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