Jahreskonzert im Veranstaltungszentrum

Auf "Seereise" mit der Stadtjugendkapelle

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Neben Humor und Selbstbewusstsein zeigten die vier „Tuba-Muckl“ beim Jahreskonzert der Stadtjugendkapelle im Veranstaltungszentrum auch ihr Können. Dirigent Hans-Günter Schwanzer (Mitte) nahm seine Crew und das Publikum zu einer Seereise mit.

Landsberg – Überraschung garantiert: Dass die Stadtjugendkapelle gerne aus dem starren Konzertrahmen ausreißt, ist bekannt. Auch beim diesjährigen Jahreskonzert schlugen die Wogen hoch: Singende Moderatoren, tanzende Musiker – und sogar Tuba spielende Zwerge! Das Blasorchester unter der Leitung von Hans-Günter Schwanzer – besser gesagt die Crew und ihr Kapitän – setzen Segel mit einem Marsch, überquerten Ozeane symphonischer Musik und zauberten mit „Moon River“ Audrey Hepburn ans Lechufer.

„Mein Gott, die Augen, die Haare … Sissi!“, schmachtet Moderator Severin Menten. Seine Kollegin Vroni Gruber steht ihm in nichts nach: „Franz“, säuselt‘s mit Schmelz – das hätte selbst Romy nicht besser gekonnt. Sissi und die See? Gemeint ist der Genfer See, auf dem die Kaiserin nach einem Attentat starb. Eine humorvolle Einleitung mit ernstem Hintergrund zum stimmungsvollen Marsch: Was könnte besser sein, um die Stadtjugendkapelle vorzustellen? 

Pavel Staneks „große Seefahrt 1492“ zaubert Meerbilder. Ein Choral der Klarinetten, der durch jubelnde Trompeten und Flöten abgelöst wird: Die triumphierende Hafenausfahrt des Liniendampfers. Fast ist der Rauch der Dieselmotoren zu riechen. Ein wiegender Rhythmus simuliert wogende Wellen. Doch dann Dissonanzen, die sich wie Nebel übers Meer schlingen. Und schließlich Sturm. Pauken donnern, Becken blitzen. Bis der sichere Hafen erreicht ist. Staneks Fantasie zeigt die Qualität der gut 70 Kapellenmitglieder: Tolle Musiker, die aufeinander Hören und ein gutes Dirigat. 

Nach Stanek entführen die Moderatoren das Publikum auf einen Landausflug: „Es waren einmal vier wilde Zwerge.“ Währenddessen haben sich die Tubisten umgezogen und kehren im knappen Matrosenoutfit zurück – neben Humor gehört da auch Selbstbewusstsein dazu. Das von ihnen gespielte Stück „Tuba-Muckl“ zitiert eine bekannte Klarinettenpolka. Für vier Tuben arrangiert, wird das Ganze komplizierter: Sind die schnellen Läufe schon mit Klarinette nicht ganz ohne, werden sie, transponiert auf die langen Luftwege der Tuben, richtiggehend schwer. Gut gebrüllt, Zwerge! 

Nach der Pause geht’s mit bekannten Melodien weiter: „Moon River“ walzert durch den Raum, „Volare“ von Domenico Modugo holt die Zuhörer wieder zurück ins pralle Leben. Die Moderation dazu ist singend: Gruber stimmt mit Gitarre die bekannten Akkorde an und singt mit Menten im Duett. Natürlich loggt sich Schwanzer ein und macht das Duo zum Trio. Um in den Heimathafen zu kommen, setzt die Kapelle Piratensegel. Das Arrangement zur Filmmusik von Klaus Badelt lässt Jack Sparrow und die Black Pearl auferstehen: ein akustischer „Fluch der Karibik“. Zugaben gibt’s natürlich auch. Darunter mit „YMCA“ Disco-Pop mit Buchstabiergymnastik von Musikern und Publikum. 

Neuzugänge werden begrüßt, Musiker, die wegziehen, verabschiedet. So auch der seit 2015 amtierende Geschäftsführer Philipp Schwärzer. „Besser kann man als Amateurmusiker nicht spielen“, lobt Schwanzer den Posaunisten. Kennzeichnend für die Konzerte der Stadtjugendkapelle ist die gute Stimmung. Wenn Gruber und Menten aus Schwanzers „Biografie“ vorlesen, sieht man: Da scheinen welche ihren Dirigenten zu kennen und zu mögen. „Veni, Vidi, Vici“ stellen sie ihm als Motto voran. 

Wer mehr Stadtjugendkapelle hören möchte, hat mm Mittwoch, 7. Februar, Gelegenheit: Dann gibt „hailix bLECHle“ sein zwanzigstes Faschingskonzert im Landsberger Stadttheater. Neben Musik aus aller Welt und guter Laune gibt’s sicher auch wieder Witze vom Dirigenten. Die sind inzwischen auch schon fast Tradition.

von Susanne Greiner

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