Ein Händchen für Mauern

Sanierungsarbeiten am Hofgraben für 118.000 Euro vergeben

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Verlangt ein besonders ausgebildetes Händchen: Die sanierungsbedürftige historische Stadtmauer Landsbergs auf dem Schlossberg.

Landsberg – Um die Stadtmauer zu sanieren, braucht man „ein besonderes Gefühl“. Das erklärte Hans Huttenloher vom städtischen Tiefbauamt in der jüngsten Sitzung dem verdutzten Finanzausschuss. Denn das sanierte Mauerwerk soll natürlich nichts von seinem historischen Aussehen einbüßen. Die beiden Bauhofmitarbeiter, die für das denkmalgeschützte Bauwerk das richtige Händchen hatten, sind mittlerweile im Ruhestand. Deshalb werden die anstehenden Sanierungsarbeiten im Bereich Hofgraben nun an eine externe Firma vergeben.

Die Kosten von rund 118.000 Euro veranlassten Jost Handtrack (Grüne) zu der Frage, ob nicht für das Geld lieber wieder jemand eingestellt werden sollte. „Für die Summe könnten zwei Maurer das ganze Jahr über an der Mauer arbeiten.“

Warum sie überhaupt sanierungsbedürftig sei, wenn es bis vor einem Jahr im Bauhof zwei Fachkräfte dafür gab, wollte Hans-Jürgen Schulmeister (Landsberger Mitte) wissen. Huttenloher entgegnete, die Instandhaltung des historischen Bauwerks sei ein laufender Prozess. „Wenn Sie an einem Ende aufhören, fangen Sie am anderen wieder an.“ Auf die Arbeit der Fremdfirma werde man laufend ein Auge haben.

Die Frage Stefan Meisers (ÖDP), ob angesichts der Fremdvergabe im Bauhof Mitarbeiter reduziert werden könnten, verneinte Huttenloher. Auch ohne die Stadtmauer sei der Arbeitsanfall erheblich. „Elf Mann machen das ganze Jahr nur Straßenreinigung.“ Oft müsse man außerdem beim Gebäudeunterhalt im Hochbau aushelfen, weil keine Handwerker zu bekommen seien, die fliesen oder streichen könnten.

Um einen Überblick darüber zu bekommen, was der Bauhof leistet, regte Christoph Jell (UBV) für eine der nächsten Sitzungen eine Aufstellung aller Arbeiten und Mitarbeiter an. Schade sei, dass die Sanierung der Mauer aufgrund der Fremdvergabe nun wohl nicht mehr vor dem Ruethenfest fertig würde, „wenn alle ihre Häuser schmücken und die Stadt voller Touristen ist“. Die Vergabe der Arbeiten erfolgte einstimmig.

Ulrike Osman

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