Stadtmuseum gibt Lektion in Kunst-Geschichte

Im Neuen Stadtmuseum gibt es bis zum November eine Lektion in Kunst-Geschichte. Die gleichnamige Sonderausstellung ist dem 75-jährigen Bestehen der Künstlergilde Lands- berg gewidmet und zeichnet mit mehr als 120 Werken ihre „atypische Entwicklung und Geschichte“ nach, wie es Kunsthistoriker Prof. Dr. Thomas Raff auf der Vernissage formulierte.

Während sich 1934 Künstlervereinigungen in Deutschland unter dem Druck der Nationalsozialisten auflösten oder verboten wurden, ist gerade die Künstlergilde sozusagen „von oben“ gegründet worden. Gleichwohl das Ziel, mit angepasster Heimatkunst den „Kleinen Mann auf der Straße“ zu erreichen, wurde verfehlt. Nach dem 2. Weltkrieg setzten die Verbandsvorstände auf Erneuerung. So stand die abstrakte Malerei des Dessauer Bauhausschülers und längst international renommierten Fritz Winter, der schon 1946 Blätter aus seiner Serie „Triebkräfte der Erde“ im Landsberger Rathaus ausstellte und 1948 der Gilde beitrat, für den Neuanfang der Künstlervereinigung. Gleichwohl blieben Spannungen zwischen Konservativen und Modernen bestehen, sodass eine Spaltung unvermeidbar war. Heute haben die Vertreter der Künstlergilde und die des Regionalverbandes Bildender Künstler längst ihren Frieden gemacht. „Unsere Ausstellung präsentiert einen thematisch gruppierten Querschnitt durch das reiche Schaffen in der Kunstregion zwischen dem westlichen Ammersee und dem Lech aus den vergangenen 75 Jahren“, erläuterte Museumsleiterin Dr. Margarete Meggle-Freund. So ist Fritz Winter ein ganzer Raum gewidmet, und ein kleiner Film zeigt ein Porträt des zu den wichtigsten Vertretern der abstrakten Malerei gehörenden Künstlers. Insgesamt 121 Werke, Stillleben, groß- und kleinformatige Landschaften ebenso wie Künstlerporträts und Grafiken, sind über drei Etagen verteilt im Neuen Stadtmuseum zu sehen. Sozusagen als Außenstelle wird das Foyer des Rathauses genutzt. Es sind Arbeiten zu sehen, die sich auf die Auseinandersetzung mit der Stadt Landsberg beziehen. Die Sonderausstellung „Eine Kunst-Geschichte. Künstlerverbände zwischen Ammersee und Lech“ ist bis zum 8. November Dienstag bis Freitag von 14 bis 17 Uhr sowie Sonn- und Feiertag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Kontakt: Telefon 08191/128360 oder e-Mail neues_stadtmuseum@landsberg.de. Für Kinder und Jugendliche Das Neue Stadtmuseum wartet zu dieser Sonderausstellung mit einem umfangreichen Rahmenprogramm für Kinder und Jugendliche auf. Landrat Walter Eichner unterstützt das Angebot mit 1000 Euro für Fahrkostenzuschüsse. In bewährter Weise verbinden die Veranstaltungen altersgerechte Kunstgeschichte und praktisches künst- lerisches Gestalten. Bei den Kindergartenkindern geht es um Lechsteine, die Künstler immer wieder inspiriert haben, während Grundschüler in einer Gemeinschaftsarbeit eine Collage zum Thema „Unsere Stadt“ gestalten. Für Jugendliche steht die „Faszination Wasser“ im Mittelpunkt. Seit mehr als 100 Jahren haben Ammersee und Lech Künstler vom Atelier in die Natur gezogen. Mit unterschiedlichen Farben und Kreiden wird der Struktur des Wassers praktisch nachgegangen. Die Landsberger Künstlerin Marlen Labus, die mit einer Arbeit in der Sonderausstellung vertreten ist, betreut das museumspädagigische Programm. Beratung und Buchungen unter Telefon 08191/128-360 oder 128-361 zu den regulären Öffnungszeiten

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