Im Erdgeschoss geht es weiter

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Exponate zur Stadt- und Landkreisgeschichte wie diese werden zunächst nicht mehr oder nur zu Interimszeiten im Neuen Stadtmuseum zu sehen sein.

Landsberg – „Normalerweise hätte man die oberen Stockwerke schon 2009 schließen müssen“. Damit brachte Stadtbaumeisterin Annegret Michler die Diskussion um das Neue Stadtmuseum auf den Punkt. In einer Pressekonferenz erläuterten sie, OB Neuner und Museumsleiterin Sonia Fischer die weitere Planung.

So habe bereits ein 2009 in Auftrag gegebenes Gutachten erhebliche Mängel im Bereich des Brandschutzes aufgezeigt, durch den Aufbau des Fluchtgerüstes an der Westseite habe man die Schließung zunächst verhindert. Andere Möglichkeiten wie zum Beispiel die Evakuierung des Gebäudes mit Rettungsschläuchen seien getestet und als untauglich verworfen worden. Wenigstens könne die Feuerwehr nun durch den Ausbau der Von-Helfenstein-Gasse das Gebäude mit der Drehleiter erreichen. Doch das reicht nicht. „Diese kompensatorische Maßnahme war als Provisorium gedacht“, so Michler, die im Falle eines Unglücks straf- und baurechtlich verantwortlich ist, „die Umsetzung des Brandschutzes müsste aus baurechtlicher Sicht nun zwingend erfolgen.“

Heißt konkret: das Treppenhaus muss als erster Fluchtweg rauchdicht abgeschottet werden, die veraltete Haustechnik erneuert, Durchbrüche geschaffen, die funktionelle Einrichtung wie die Empfangstheke muss durch Modelle in schwer entflammbaren Material ersetzt werden. Die Kosten für diese Baumaßnahmen, die allerdings ausschließlich auf die aktuelle Nutzung zugeschnitten sind, beziffert Michler auf 345000 Euro. Ändert sich die Nutzung, ändern sich auch die vorgeschriebenen Maßnahmen.

Doch zunächst steht die Baustelle „Herkomermuseum“ im Vordergrund. „Beide Museen gleichzeitig zu sanieren, geht aus finanziellen und auch aus personellen Gründen nicht“, betonte OB Neuner. „Wir können nur einen Schritt nach dem anderen tun“, erklärte auch Museumsleiterin Sonia Fischer, „die Stadt hat die letzten Jahre in ihre Museen investiert, indem sie das Depot als Herzstück der Museumsarbeit geschaffen hat.“ Nach dem Bau- und Umzugsprojekt stehe nun die Neugestaltung des Herkomeranwesens an, für die sich die Landsberger mit einer hohen Spendenbereitschaft einsetzen.

Zudem sei die Durchführung der Maßnahmen wenig sinnvoll ohne ein zukunftsfähiges Gesamtkonzept. „Wir machen jetzt ein Projekt nach dem anderen, erst kommt das Heilig-Geist-Spital, dann die Mittelschule, da werden überall Räumlichkeiten frei. Da muss man im Stadtrat entscheiden, wie man diese nutzen kann, welchen Standort wir für das Museum wollen oder sogar mehrere Standorte nutzen“, meinte Neuner. „Durch die Fixierung auf diese Brandschutzmaßnahmen würden alle anderen Ideen abgewürgt, erst sollten wir überlegen, was wir wollen“.

Diese Entscheidung erwarte er in etwa zwei Jahren, Sonia Fischer wurde mit der Erarbeitung eines Konzeptes, das in ein Gesamtkulturkonzept eingebettet sein soll, beauftragt. Solange bleibe es bei der Teilschließung, werde der Museumsbetrieb im Erdgeschoß aber weitergehen. Fischer hofft auf Verständnis bei den Leihgebern und betonte, dass die Sicherheits- und Klimabedingungen in keiner Weise eingeschränkt seien.

Auch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Schulen werde weitergeführt, die museumspädagogischen Programme können weiter gebucht werden. Bis zur Winterpause ist noch die Ausstellung „Silber am Himmel“ zu sehen, im nächsten Jahr steht die Sonderausstellung „Herkomer – Malerfürst und Grafiker“ auf dem Programm.

Patricia Eckstein

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