Sieben Jahre nach der letzten großen Stadtpfarrkirch-Sanierung:

Risse und Hohlräume an der Decke

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Schon im August war das Mittelschiff wegen der Stuckteile gesperrt, nun ist wegen der Sicherheit wieder die ganze Stadtpfarrkirche geschlossen.

Landsberg – Erst 2010 ging eine dreijährige Renovierungs-Periode zu Ende, nun droht der Landsberger Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt schon die nächste längere Sperrung.Anfang August bröckelte etwa eine halbe Handvoll Stuck von der Decke. Weil ein Restaurator nun aber wesentlich schwerwiegendere Mängel vermutet, bleibt die Kirche bis auf Weiteres dicht.

Seit August ist die Decke über dem Mittelschiff, wo der Stuck niederrieselte, gesperrt. Seither versucht die Pfarrei Mariä Himmelfahrt, einen Restaurator für eine Schadensbegutachtung heranzuziehen. Dies scheiterte während der Sommerferien noch an einer geeigneten Hebebühne. Als unmittelbar danach das scheinbar passende Gerät gefunden war, passte es nicht durch die Türen der Stadtpfarrkirche.

Erst am letzten Mittwoch kam es deshalb zur Decken-Inspektion, als Kirchenmaler Karlheinz Weinzierl samt 22 Meter hoher Hebebühne anrückte. Schon durchs Fernglas machte er weitere Schäden als nur die halbe Handvoll Stuck aus: Wie sich dann auch mit ausgefahrener Hebebühne bestätigte, sei die Decke von „sehr, sehr vielen Rissen“ gezeichnet, sagt Stadtpfarrer ­Michael Zeitler. Und damit nicht genug: Experte Weinzierl vermutet auch mehrere Hohlräume in der Decke über dem Mittelschiff.

Dass diese allein in den letzten sieben Jahren nach einer umfangreichen Sanierung entstanden sein sollen, ist auch für ­Zeitler „unverständlich“. Die ­Diözese Augsburg, „Knotenpunkt“ und Entscheidungsträger in dieser Angelegenheit, werde nun mit den Firmen der damaligen ­Sanierung das Gespräch suchen. „Was habt ihr damals schon gemacht? Welche Schäden waren damals schon bekannt?“ Diese Fragen werde man den Firmen stellen, um Aufschlüsse zu den beschädigten Decken-Gemälden zu bekommen, erklärt Zeitler.

Nicht betroffen von Rissen und Hohlräumen seien dagegen die Seitenschiffe und der Chorraum im Bereich des Altars. „Dort ist alles in Ordnung“, so Zeitler weiter. Auch im hintersten Bereich der Kirche gab´s bislang keine Bedenken. Deshalb war die Sperrung dort zeitweise für Besucher und Touristen aufgehoben. Nun ist das Gotteshaus aber wieder komplett geschlossen.

Werktagsgottesdienste finden derweil weiterhin in der Klosterkirche statt, Sonntagsmessen in der Heilig-Kreuz-Kirche. Zwar sei letztere nicht ganz so groß wie die Stadtpfarrkirche – zuletzt beobachtete Pfarrer Zeitler sogar eine „Platznot“ – trotzdem sei die Kirche im Landsberger Osten alles andere als ein Notnagel: „Da wäre so manche Gemeinde froh drum, wenn sie so eine Kirche hätte.“

Wann die Gottesdienste wieder in der Stadtpfarrkirche stattfinden, ist derzeit völlig offen. Nach den Gesprächen mit den einstigen Sanierungs-Firmen werde zunächst noch ein Gerüst aufgebaut, dass die Decke stützt.

Marco Tobisch

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