22 Stunden auf dem Sattel

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Die Stadtradel-Gewinner mit ihren hart erkämpften Urkunden: Christian Hackl aus Schondorf, Harald Floßmann (AOK), Werner Franz aus Unterdießen, Frank Willus aus Fuchstal, Landrat Thomas Eichinger, Einzelfahr-Sieger Volker Montag aus Dießen, Sportreferent Rainer Mahl (Landratsamt) und Hagen Lüttge aus Fuchstal (v. links).

Landsberg – Zur Siegerehrung der Stadtradler am Dienstagabend mit feierlicher Urkundenüberreichung strahlten die Gewinner um die Wette. Vor allem Volker Montag aus Dießen konnte punkten. Mit knapp 1300 zurückgelegten Kilometern belegte er unbestritten Platz 1 der Einzelfahrer. Thaining schaffte es in der Wertung der fahrradaktivsten Kommune mit den meisten Kilometern pro Einwohner ebenfalls auf den ersten Platz – bundesweit.

Drei Wochen lang so viel wie möglich mit dem Fahrrad fahren: Dieser Aufgabe stellten sich insgesamt 2019 Teilnehmer. Schon allein an der Sternfahrt nach Eching zu Beginn der Aktion nahmen 300 Radler aus Starnberg, Fürstenfeldbruck, Landsberg und Weilheim teil. Landrat Thomas Eichinger bezeichnete die bundesweite Aktion als einen „Riesengewinn für alle“. Sie schaffe es, den Klimaschutz ins Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen und trage zur Verbesserung der Radwege bei. 

Harald Floßmann von der AOK wies auf den gesundheitlichen Aspekt hin: „Schon 30 Minuten Radeln am Tag mindert das Krankheitsrisiko jedes einzelnen enorm. Das ist gelebte Prävention.“ Dass die Aktion auch bei den Teilnehmern gut ankommt, sieht man an den gefahrenen Kilometern: Mit knapp 472000 Kilometern wurde das Ergebnis vom Vorjahr mehr als verdoppelt. Dabei wurden etwa 68000 Kilogramm CO2 eingespart. 

Wie viel das ist, sieht man erst im Vergleich: Ein Mittelklassewagen hat bei 12000 Kilometern einen CO2-Ausstoß von 2000 Kilogramm. „Wir sind richtig begeistert!“, freut sich Martin Baumeister vom ADFC. Für Radfahrer habe sich in den letzten Jahren im Landkreis viel verbessert. Aber es gebe noch einige Lücken und Mängel. „Da wäre es doch schön, wenn man das Budget noch ein bisschen aufbessern könnte.“ 

Zur Verbesserung der Situation für Radfahrer trug auch der Stadtradeln-RADar bei. Alle Teilnehmer konnten über eine App oder per Internet auf störende und gefährliche Stellen aufmerksam machen. „Das ist eine hervorragende Maßnahme der Bürgerbeteiligung“, so Sportreferent Rainer Mahl vom Landratsamt. Insgesamt seien 32 Verbesserungsvorschläge eingegangen, „in Landsberg stand da an erster Stelle natürlich die Neue Bergstraße“. Die Nöte der Radler werden ernst genommen: 2016 soll die Neue Bergstraße fahrradfreundlicher gestaltet werden. 

Die Stadtradel-Stars Henrik Lüßmann und Volker Montag hatten besonders strenge Auflagen: Sie mussten für die drei Wochen komplett auf ihr Auto verzichten. Insgesamt legten die beiden über 3500 Kilometer zurück und sparten damit gut 500 Kilogramm CO2 ein. Montag trat besonders eifrig in die Pedale: Zur heißesten Zeit radelte er an einem Tag den 410 Kilometer langen Bodensee-Königssee-Radweg, und war dafür 22 Stunden unterwegs. Am nächsten Tag ging’s dann wieder zurück. 

Für 2016 hat sich Rainer Mahl schon neue Ziele gesteckt. „Wir wollen mindestens 2500 Teilnehmer. Und wir werden die Schulen verstärkt einbinden.“ Auch Volker Montag weiß, wie er seine Kilometer im nächsten Jahr abstrampeln wird: „Da mach ich dann den Jakobsweg.“

Susanne Greiner

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